Psychiaterin verneint Zusammenhang zwischen Trauma und Radikalisierung

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Psychiaterin verneint Zusammenhang zwischen Trauma und Radikalisierung. beck-aktuell, 22.07.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/172731)
Traumatisierte Flüchtlinge sind nach Ansicht einer Migrationspsychiaterin nicht besonders gefährdet, eine Gewalttat wie den Axt-Angriff nahe Würzburg zu begehen. "Diesen Zusammenhang herzustellen, wäre zu pauschal", sagte Kneginja Richter vom Klinikum Nürnberg am 22.07.2016. "Das wurde auch noch nicht untersucht, und deshalb kann man das nicht behaupten." Auch ein größeres Risiko der Radikalisierung oder der Beeinflussung durch die Terrormiliz IS bestehe nicht.
Mehr als 40% der Flüchtlinge haben psychische Probleme
Die Migrationspsychiaterin untersuchte im Rahmen eines Projekts 300 Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung im mittelfränkischen Zirndorf. "Mehr als 40% von ihnen hatten psychiatrische Krankheiten - aufgrund ihrer Fluchterfahrung", sagte Richter. Dazu zählten vor allem posttraumatische Belastungsstörungen, Depressionen oder Schlafstörungen.
Traumatisierung durch Flucht
"Sie sind traumatisiert, weil sie auf einem Schiff geflohen sind oder von Schleppern unter der Erde versteckt wurden", sagte Richter. Deshalb kämen psychiatrische Krankheiten bei Geflüchteten häufiger vor als in der Bevölkerung allgemein. Solche Erkrankungen seien oft verbunden mit Suizidversuchen oder Arbeitslosigkeit. "Deshalb brauchen die Flüchtlinge Soforthilfe."
- Redaktion beck-aktuell
- dpa
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Psychiaterin verneint Zusammenhang zwischen Trauma und Radikalisierung. beck-aktuell, 22.07.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/172731)



