US-Richterin legt Prozess auf Eis

Zitiervorschlag
US-Richterin legt Prozess auf Eis. beck-aktuell, 12.06.2026 (abgerufen am: 13.06.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/199781)
In den USA ist ein Gerichtsprozess geplatzt, weil die Anwälte beider Parteien zum Verfassen ihrer Schriftsätze KI genutzt und darin Urteile zitiert hatten, die die KI erfunden hatte. Eine Panne, die die Anwälte teuer zu stehen kam.
Was klingen mag wie eine Szene aus einer Anwalts-Satire, ist in einem Gerichtsprozess in Mississippi (USA) tatsächlich passiert: die Anwaltsteams beider Seiten reichten bei Gericht jeweils Schriftsätze ein, die von einer KI erstellt worden waren – und zwar offenbar ohne einen einzigen menschlichen Kontrollblick. Das Ergebnis: frei erfundene Präzedenzfälle, die die Software munter in die Texte eingebaut hatte.
Wie das Branchenportal Legal Cheek berichtete, ließ die zuständige Richterin den Prozess kurzerhand platzen und verhängte empfindliche Strafen gegen die je zweiköpfigen Anwaltsteams beider Seiten.
Harte Konsequenzen
Am härtesten traf es die beiden Anwälte, die pro Partei jeweils für die Schriftsätze verantwortlich waren. Die Richterin entzog ihnen die Zulassung, vor dem Gericht aufzutreten, sperrte sie für zwei Jahre und verhängte Bußgelder von 2.500 bzw. 3.500 US-Dollar. Sie stellte klar, dass die Pflicht eines Anwalts, seine Arbeit zu prüfen, "absolut" sei und nicht an Technik oder Kollegen delegiert werden könne.
Auch die beiden anderen Anwälte blieben nicht verschont: Sie wurden vom Fall ausgeschlossen und erhielten Bußgelder von jeweils 1.000 US-Dollar.
Da alle vier Anwälte aus dem Verfahren entfernt wurden, sagte die Richterin den Prozess ab und setzte das Verfahren aus, um den nun nicht mehr vertretenen Parteien Zeit zu geben, neue Rechtsbeistände zu beauftragen.
- Redaktion beck-aktuell, sst
Zitiervorschlag
US-Richterin legt Prozess auf Eis. beck-aktuell, 12.06.2026 (abgerufen am: 13.06.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/199781)



