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Ackermann-Prozess

Ex-Bankchef wirft OLG-Richtern tendenziöse Befragung vor

„Das unsichtbare Recht“

Der frühere Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, fühlt sich von den Richtern des Oberlandesgerichts München ungerecht behandelt. Im Prozess um Schadenersatz für die Pleite des Medienkonzerns Kirch vor vier Jahren hätten ihm die dortigen Richter tendenziöse Fragen gestellt, um ihre vorgefertigte Meinung zu bestätigen, sagte Ackermann am 14.07.2015 vor dem Landgericht München.

Anklage wegen versuchten Prozessbetrugs

“Die Atmosphäre und die Art der Befragung kamen mir feindselig vor“, so Ackermann. Die Richter hätten einen rauen, unfreundlichen Ton angeschlagen und seine Aussage von Anfang an angezweifelt. “Ich war zeitweise nahe dran, aufzustehen und mich zu verabschieden.“ In dem damaligen Zivilprozess soll Ackermann zusammen mit vier weiteren Top-Bankern, darunter dem amtierenden Co-Chef Jürgen Fitschen, nicht wahrheitsgemäß ausgesagt haben und muss sich deshalb derzeit wegen versuchten Prozessbetrugs in einem Strafprozess verantworten.

Ackermann weist Vorwürfe zurück

Durch abgestimmte Aussagen sollen die fünf Männer laut Anklage versucht haben, die Richter zu täuschen und die Deutsche Bank vor Schadenersatzzahlungen an Kirch zu schützen. Ackermann wies diese Vorwürfe der Staatsanwaltschaft erneut zurück. “Ich habe vor dem Oberlandesgericht nach bestem Wissen und Gewissen das ausgesagt, woran ich mich erinnert habe.“