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9/11-Drahtzieher vor Gericht

Prozess gegen Chalid Scheich Mohammed soll 2028 starten

Ein Mann mittleren Alters in einem weißen Unterhemd mit schwarzen Haaren und einem schwarzen Schnurrbart vor einer Wand mit abgebröckeltem Putz.
Chalid Scheich Mohammed kurz nach seiner Festnahme in 2003. © picture-alliance/ dpa | epa Handout

Fast 27 Jahre nach der Tat, am 5. Juni 2028, soll der Prozess gegen Chalid Scheich Mohammed, den mutmaßlichen Chefplaner der Anschläge vom 11. September, und weitere Angeklagte in Guantánamo beginnen.

Der Auftakt kann sich nach Auskunft des zuständigen Militärrichters aber noch verschieben, weil ihm noch einige Verfahrensentscheidungen vorausgehen. Dabei geht es unter anderem darum, welche Beweise zugelassen werden.

Am 11. September 2001 waren bei dem bislang schlimmsten terroristischen Anschlag in den Vereinigten Staaten rund 3.000 Menschen getötet worden. Islamistische Terroristen hatten drei gekaperte Passagierflugzeuge in das World Trade Center in New York und das Pentagon nahe Washington gesteuert. Eine vierte Maschine stürzte im Bundesstaat Pennsylvania ab. Chalid Scheich Mohammed gilt als Chefplaner der Anschläge und soll auch die Kommunikation und die Finanzierung des Vorhabens geregelt haben.

Chalid Scheich Mohammed wurde 2003 in Pakistan festgenommen. Im Anschluss wurde er vom US-Geheimdienst CIA verhört. Einem Bericht des US-Senats zufolge wurde er während der Verhöre gefoltert. 2006 wurde er ins US-Gefangenenlager Guantánamo überstellt. Dort sollte ihm wegen seiner Rolle bei den Anschlägen des 11. Septembers vor einem Militärtribunal der Prozess gemacht werden. Das Verfahren gegen ihn und mehrere Mitangeklagte verzögerte sich jedoch jahrelang, unter anderem im Zusammenhang mit einem zunächst geplanten Justiz-Deal, in dessen Rahmen sich Chalid Scheich Mohammed hatte schuldig bekennen wollen.

Das Gefangenenlager befindet sich auf Kuba im US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay. Zeitweise waren dort fast 800 Menschen inhaftiert. Das Camp war nach dem Terror des 11. September 2001 unter dem republikanischen Präsidenten George W. Bush errichtet worden, um mutmaßliche islamistische Terroristen ohne Prozess festzuhalten. Menschenrechtsorganisationen fordern seit langem die Schließung. Noch immer ist dort jedoch eine kleine Zahl von Häftlingen untergebracht.