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US-Uni verbietet im ersten Jahr Laptops

Studienfach: Selber denken ohne KI

Studierende schreiben in einem Vorlesungssaal auf ihre Notizbücher
Sind angehende Anwältinnen und Anwälte zu abhängig von KI-Hilfsmitteln? © Syda Productions / Adobe Stock

Künstliche Intelligenz gehört längst zum Alltag vieler Studierender. An der University of Chicago sollen angehende Juristen jedoch zunächst lernen, ohne digitale Hilfsmittel zu denken und zu argumentieren – deshalb gilt für Erstsemester künftig ein Geräteverbot im Hörsaal.

Die University of Chicago geht neue Wege im Umgang mit Künstlicher Intelligenz in der juristischen Ausbildung. Wie das Online-Portal Legal Cheek berichtet, dürfen Studierende der juristischen Fakultät im ersten Studienjahr künftig keine Laptops, Tablets oder Smartphones mehr während der Vorlesungen verwenden. Ziel der Maßnahme sei es, die wachsende Abhängigkeit künftiger Anwältinnen und Anwälte von KI-Hilfsmitteln zu begrenzen. Die Regelung tritt zu Beginn des kommenden akademischen Jahres in Kraft.

"Wir müssen sicherstellen, dass unsere Studierenden tatsächlich lernen, kritisch, strategisch und unabhängig zu denken, ohne sich auf KI zu verlassen" heißt es in einer Strategieerklärung der Universität. "Gleichzeitig müssen wir die Realität anerkennen, dass KI-Werkzeuge unseren Studierenden bereits breit zugänglich sind und von unseren Absolventinnen und Absolventen im juristischen Berufsalltag erwartet werden."

Uni beschließt weitere Maßnahmen

KI bleibe zwar weiterhin Teil anderer Bereiche des Lehrplans, doch die Universität wolle sicherstellen, dass grundlegende juristische Denk- und Analysefähigkeiten zunächst ohne technologische Hilfsmittel entwickelt werden.

Um das zu erreichen, sollen künftig Lehr- und Prüfungsformen so gestaltet werden, dass eigenständige Leistungen und Fähigkeiten wie mündliche Argumentation, strategisches Denken und kritische Analyse mehr gefördert und abgefragt werden. Im Bereich größerer Forschungsarbeiten sollen die Studierenden ihre Leistungen künftig beispielsweise zusätzlich in einem mündlichen Gespräch verteidigen.

Daneben heißt es in der Strategieerklärung, dass Studierende bereits an der Universität lernen sollen, KI-Tools effektiv und vor allem kritisch sowie ethisch korrekt einzusetzen. Ein generelles Nein zur KI sei die neue Richtlinie damit keineswegs, vielmehr werde die juristische Ausbildung gezielter an die technischen Entwicklungen der Praxis angepasst. Dafür sollen laut dem strategy paper beispielsweise Lehrerende mehr Freiraum für Experimente mit neuen Lehrformen erhalten und das Kursangebot in den Bereichen KI und Recht ausgeweitet werden.