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Rechtliches Gehör

Mehr Artikel zu diesem Tag

Arbeitsunfähig heißt auch verhandlungsunfähig
Bei Anwälten naheliegend

Arbeitsunfähig heißt auch verhandlungsunfähig

Ist ein arbeitsunfähiger Anwalt auch verhandlungsunfähig? Das sei zwar nicht automatisch der Fall, aber naheliegend, so das OVG Münster. Denn schließlich gehöre die "Verhandlungsführung" zur anwaltlichen Arbeit. Das OVG monierte eine Gehörsverletzung durch Ablehnung eines rechtzeitigen Antrags auf Terminverlegung.

Gerichte dürfen sich nicht um Begründung drücken
Verweigerte Vorlage

Gerichte dürfen sich nicht um Begründung drücken

Der EuGH pocht auf seine Relevanz: Ein letztinstanzliches Gericht müsse stets konkret erklären, warum es kein Vorabentscheidungsersuchen nach Luxemburg stelle, so der Gerichtshof. Angesichts der zentralen Bedeutung der Vorabentscheidung dürfe man es sich nicht zu einfach machen.

Zu krank für den Prozess, aber fit für "Massagen mit Extras"
Eingestellt bleibt eingestellt

Zu krank für den Prozess, aber fit für "Massagen mit Extras"

Eine Frau galt wegen einer unheilbaren Krebserkrankung als dauerhaft verhandlungsunfähig – das Strafverfahren wurde eingestellt. Mehr als ein Jahr später stieß die StA auf Hinweise, dass sie "Massagen mit Extras" anbiete. Die rechtskräftige Einstellung verhindert laut OLG Celle eine Fortsetzung.

Es war doch kein Einzelfall
Berliner Justizskandal

Es war doch kein Einzelfall

Vergangene Woche wurde bekannt, dass ein wegen Vergewaltigung verurteilter Mann freigelassen werden musste, weil ein Vorsitzender am LG Berlin I das Hauptverhandlungsprotokoll zu spät fertiggestellt hatte. Nun taucht der nächste Fall auf – von derselben Kammer*, und auch der landete beim KG.

Ein Justizskandal in Berlin?
Mutmaßlicher Vergewaltiger auf freiem Fuß

Ein Justizskandal in Berlin?

Ein erstinstanzlich wegen Vergewaltigung und Körperverletzung an seiner Ex-Freundin zu einer langen Haftstrafe verurteilter Mann ist wieder auf freiem Fuß. Grund: Das Gericht hatte das Verhandlungsprotokoll nicht rechtzeitig fertiggestellt. Wie konnte es dazu kommen?

Beschwerdegericht durfte Unterbringung nicht wieder verlängern
Nach BGH-Entscheidung

Beschwerdegericht durfte Unterbringung nicht wieder verlängern

Nach einer erfolgreichen Rechtsbeschwerde zum BGH hatte das LG Regensburg erneut über die Unterbringung einer psychisch kranken Frau zu entscheiden – und schlug fast ein Jahr drauf. Ein Verstoß gegen das Verschlechterungsverbot, wie der BGH entschied.

EuG muss Zölle auf Zippo-Feuerzeuge nochmal prüfen

EuG muss Zölle auf Zippo-Feuerzeuge nochmal prüfen

In der ersten Instanz hatte der amerikanische Feuerzeughersteller Zippo gegen die EU-Kommission einen Streit um Zölle gewonnen. Nun muss der Fall nochmal neu bewertet werden.

Eigendiktat kein zulässiges Beweismittel
Sachverständiger liefert One-Man-Show

Eigendiktat kein zulässiges Beweismittel

Zur Aufklärung eines Verkehrsunfalls überließ ein Landgericht das Feld dem Sachverständigen und ließ ihn das Protokoll wohl selbst ins Diktiergerät sprechen. Das OLG Hamm wertete das als Verfahrensfehler und hob die Entscheidung auf.

Kein Beschluss ohne vollständige E-Akte
Digitalisierung schief gelaufen

Kein Beschluss ohne vollständige E-Akte

In einem Streit zweier chinesischer Unternehmen in Deutschland hing eine Menge Geld an einem Verfahrensfehler: Die Akten waren nicht vollständig digitalisiert worden. Für das OLG Saarbrücken wog das schwer genug, um die Ablehnung der PKH aufzuheben.

Wohl eher keine Lust als keine passende Technik
Videoverhandlung für Schwerbehinderte abgelehnt

Wohl eher keine Lust als keine passende Technik

Eine schwerbehinderte, reiseunfähige Frau aus Berlin möchte per Video an einem Zivilverfahren in Freiburg teilnehmen. Das AG lehnt ab, es verfüge nicht über die Technik. Die Verfassungsbeschwerde der Frau hat keinen Erfolg, doch der VerfGH zeigt wenig Verständnis für den unwilligen Richter.