15 Jahre Haft für Harvey Weinstein

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15 Jahre Haft für Harvey Weinstein. beck-aktuell, 24.09.2026 (abgerufen am: 24.09.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/206381)
Harvey Weinstein war einst ein mächtiger Medienmodul, dann kamen Vorwürfe Dutzender Frauen zu Sexualverbrechen ans Licht. Seit längerem sitzt er im Gefängnis, trotzdem beschäftigen sich die Gerichte weiter mit ihm und seinen Taten.
Gegen den früheren Hollywood-Filmmogul Harvey Weinstein sind in einem neu aufgerollten Verfahren wegen eines Sexualverbrechens 15 Jahre Haft verhängt worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit, zudem berichteten mehrere US-Medien übereinstimmend. Der 74-jährige Weinstein sitzt bereits seit Jahren im Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft in Manhattan hatte eine Haftstrafe von 20 Jahren gefordert.
Das jetzt verhängte Strafmaß ist ein weiterer bedeutender Schritt in der seit Jahren andauernden Aufarbeitung von Sexualverbrechen des früheren Filmproduzenten. Es gab bereits mehrere Verfahren, neben New York auch in Kalifornien. Vor Gericht hatte Weinstein bisher stets alle Vorwürfe zurückgewiesen. Seine Anwälte argumentieren, die sexuellen Kontakte seien einvernehmlich gewesen. Der gesundheitlich angeschlagene Weinstein wechselte in den vergangenen Jahren in New York zwischen Gefängnis und Häftlings-Krankenstation.
2020 war Weinstein in New York zu 23 Jahren Haft verurteilt worden, doch das Verfahren wurde neu aufgerollt. 2025 gab es dann ein gespaltenes Urteil. Weinstein wurde in einem von drei Anklagepunkten schuldig gesprochen: Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass Weinstein einst ein schweres Sexualverbrechen an einer Frau begangen habe. Darauf bezieht sich nun das neue Strafmaß. Laut Medien hatte sich der Übergriff auf eine frühere Produktionsassistentin vor rund 20 Jahren in einem Schlafzimmer seiner Wohnung in Manhattan ereignet.
Weinstein-Fall löste MeToo-Bewegung aus
Sowohl die betroffene Frau als auch Weinstein kamen zur Verkündung des Strafmaßes. Laut "New York Times" las die Frau eine Erklärung über die Auswirkungen der Tat auf ihr Leben vor. Sie sagte, dass sie zusätzlich traumatisiert worden sei, als sie von ihrem Recht Gebrauch gemacht habe, den einstigen Film-Mogul zur Verantwortung zu ziehen. Es habe Spott in Medien gegeben.
Der Fall des mächtigen Filmproduzenten löste vor rund zehn Jahren nach Belästigungs- und Vergewaltigungsvorwürfen von Dutzenden Frauen weltweit eine Debatte aus - bekannt unter dem Namen MeToo. In vielen Ländern meldeten sich unabhängig von dem Fall Weinstein Opfer von Übergriffen zu Wort und machten ihre Vorwürfe öffentlich. Es entstand eine ganze Bewegung, die sich gegen sexuelle Belästigung und Machtmissbrauch stemmt. MeToo bedeutet im Deutschen so viel wie: Mir ist das auch widerfahren.
Weinstein war früher eine Schlüsselfigur im Filmbusiness in Hollywood und Teil der Glamourwelt. Er produzierte bekannte Filme wie "Der englische Patient", "Pulp Fiction", "Good Will Hunting" oder "Gangs of New York". Für "Shakespeare in Love" gewann er einen Oscar.
Weiterer Gerichtsfall in Kalifornien
Vor Jahren waren gegen Weinstein in Kalifornien in einem separaten Strafverfahren 16 Jahre Gefängnis verhängt worden. Auch dieses Urteil hat Weinstein angefochten. Im Juni lehnte ein Berufungsgericht in Kalifornien ab, diesen früheren Schuldspruch gegen Weinstein wegen Sexualverbrechen aufzuheben. Ein Richtergremium hatte die Verurteilung des früheren Hollywood-Moguls aus dem Jahr 2022 bestätigt, ordnete aber die Festsetzung eines neuen Strafmaßes an.
Bei dem Prozess in Los Angeles war Weinstein im Dezember 2022 wegen Sexualverbrechen in drei Anklagepunkten, darunter Vergewaltigung, schuldig gesprochen worden. Die Vorwürfe stammten von vier Frauen in einem Zeitraum von 2004 bis 2013. Die meisten Übergriffe sollen in Hotels in Beverly Hills stattgefunden haben.
- Redaktion beck-aktuell, hg
- dpa
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15 Jahre Haft für Harvey Weinstein. beck-aktuell, 24.09.2026 (abgerufen am: 24.09.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/206381)



