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Thailand

Gericht verurteilt Menschenrechtler nach Kritik an Obstfabrik zu Haftstrafe

Ein Etappenziel ist erreicht

Der Bangkok South Criminal Court hat den britischen Menschenrechtler Andy Hall am 20.09.2016 wegen Diffamierung zu vier Jahren Haft verurteilt. Wegen Halls Arbeit als Anwalt für Menschenrechte reduzierte das Gericht diese Strafe sogleich um ein Jahr und setzte sie zur Bewährung aus, wie die finnische Organisation Finnwatch mitteilte, für die Hall arbeitet. Hall hatte 2013 an einem Bericht über eine Ananas-Fabrik der Firma Natural Fruit Company in Bangkok mitgearbeitet und dieser Sklavenarbeit vorgeworfen.

Hall kündigte Berufung an – Obstfirma fordert hohen Schadensersatz

"Wir sind schockiert", teilte die Chefin von Finnwatch, Sonja Vartiala, mit. "Dies ist ein trauriger Tag für die Meinungsfreiheit in Thailand." Hall, der von Kritikern der Diffamierungsklage vor Gericht mit Blumengirlanden begrüßt wurde, kündigte nach Angaben von Finnwatch Berufung an. Die Firma hatte die Vorwürfe aus dem Bericht zurückgewiesen. Sie hat Hall zudem auf Schadenersatz in Höhe von 400 Millionen Baht (rund zehn Millionen Euro) verklagt. Ein Urteil in dieser Zivilklage steht noch aus.