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Schwerkranker MS-Patient darf Cannabis im Badezimmer züchten

Berufe mit Haltung

Erstmals in Deutschland darf ein aus medizinischen Gründen auf Cannabis angewiesener Patient Hanfpflanzen selbst anbauen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat einem 53 Jahre alten Mann aus Mannheim, der an Multipler Sklerose leidet, erlaubt, in seinem Badezimmer bis zu 130 Cannabispflanzen pro Jahr zum Eigengebrauch zu züchten. Das bestätigte ein Sprecher der Bonner Behörde am 02.10.2016.

Cannabis-Eigenanbau bereits vom BVerwG abgesegnet

Das Bundesinstitut hatte den Eigenanbau zuvor stets abgelehnt. Zwar gibt es in Deutschland mehr als 900 Patienten, die Cannabis als Medikament verwenden dürfen. Sie müssen es aber bisher in der Apotheke kaufen, die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nicht. Für das Gramm fallen in der Apotheke rund 15 Euro an. Der Mannheimer hatte durch mehrere Instanzen geklagt und argumentiert, dass er monatlich rund 1.500 Euro für Cannabis ausgeben müsse. Das könne er sich nicht leisten. Im Frühjahr hatte das Bundesverwaltungsgericht die Behörde verpflichtet, den Anbau zu erlauben. Dieses Urteil setzt die Behörde nun um.