Vom Waffensammler zum gewerblichen Waffenhändler

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Vom Waffensammler zum gewerblichen Waffenhändler. beck-aktuell, 30.10.2026 (abgerufen am: 30.10.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/208851)
Unter einer Autowerkstatt in Remscheid entdeckte die Polizei vier Waffenkammern mit rund 300 scharfen Schusswaffen. Nun ist der Hauptangeklagte zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden.
Nach einem der größten Kriegswaffenfunde der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland ist der Hauptangeklagte aus Remscheid wegen Waffenhandels zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das LG Wuppertal ordnete außerdem die Einziehung von 74.000 Euro an. "Es ist klar, dass er seit 2021 gewerblicher Waffenhändler ist", sagte der Vorsitzende Richter.
Der 60 Jahre alte Kfz-Meister aus Remscheid musste mit einer Haftstrafe zwischen sechs und sieben Jahren rechnen. Das sah eine Absprache zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung in dem Verfahren vor. Im Gegenzug hatte der Mann ein Geständnis im Prozess abgelegt.
Polizei entdeckte wochenlang Waffen und Munition im Keller
Unter der Autowerkstatt des Angeklagten hatte die Polizei vor einem Jahr vier Waffenkammern ausgehoben. Bei der wochenlangen Räumung stellten Beamte rund 300 scharfe Schusswaffen sicher. Darunter befanden sich 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen, Präzisionsgewehre und 11 Revolver. Auch 13 Panzerabwehrwaffen, 38 Handgranaten, fast 100.000 Schuss Munition sowie Uniformen aus der NS-Zeit befanden sich in den Räumen.
Seine Verteidigerin sagte im Plädoyer, die Familie habe seit der Verhaftung große wirtschaftliche Probleme. Das Überleben und die Sorgen der ganzen Familie lasteten auf ihm. Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass sie der Aussage des Angeklagten nicht glaube, dass er durch den Kauf einer privaten Sammlung quasi zufällig an scharfe Waffen gekommen sei. "Denn das sind genau die Waffen, die auch in kriminellen Kreisen gefragt sind, für Überfälle oder bandenmäßige Auseinandersetzungen."
Angeklagter: Habe mir "einen Lebenstraum erfüllt"
Das Sammeln von Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg sei sein Hobby gewesen, sagte der Hauptangeklagte in dem Prozess. Seine Ehe habe unter dem zeitfressenden Hobby gelitten, während er sich "einen Lebenstraum erfüllt" und ein Waffenmuseum gebaut habe. Im Laufe der Jahre habe er viele andere Militaria-Sammler kennengelernt und sei in Kontakt mit scharfen Waffen gekommen. "Ich wusste, dass ich die nicht haben durfte", räumte der Angeklagte ein. Daher habe er versteckte Räume eingerichtet, auf die er die Ermittler später aber auch hingewiesen habe, "damit auch kein Unbefugter rein konnte".
Zwei geständige Mitangeklagte waren bereits als Kriegswaffenhändler zu zweieinhalb und dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Ermittlungen der Wuppertaler Staatsanwaltschaft laufen weiter - etwa dazu, wer illegal gehandelte Waffen gekauft haben könnte. Der Verbleib der 70 Maschinenpistolen, um die es im Geständnis ging, ist unklar. Als potenzielle Kunden kommen nach Ansicht der Ermittler Abnehmer in der kriminellen Szene in Betracht, etwa auch Rocker-Banden.
- Redaktion beck-aktuell, sst
- dpa
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