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Remscheider Waffenarsenal

Prozess beginnt mit Geständnis

Patronen für ein Kalaschnikow-Sturmgewehr
Rund 300 scharfe Schusswaffen und fast 100.000 Schuss Munition wurden in Remscheid sichergestellt © alexmak / Adobe Stock

Nach dem Auffliegen eines der größten illegalen Waffenlager Deutschlands in Remscheid hat in Wuppertal der Prozess gegen drei Männer begonnen – mit einem Geständnis. Weitere könnten folgen.

Der Prozess um ein großes Waffenlager in Remscheid und illegalen Handel mit Kriegswaffen hat mit einem Geständnis begonnen. "Mein Mandant räumt die Vorwürfe ein. Die Anklage ist insoweit zutreffend", sagte der Verteidiger eines 35-Jährigen beim Prozessauftakt am Wuppertaler LG. Der Verteidiger eines 38-Jährigen sagte, sein Mandant sei "grundsätzlich aussagebereit".

Die Verteidiger des 60-jährigen Hauptangeklagten regten ein Rechtsgespräch an. Vom Ergebnis dieses Gesprächs werde abhängen, ob sich ihr Mandant äußere. Zuvor hatte Oberstaatsanwalt Daniel Müller fast eine Stunde lang verlesen, was alles im Haus des Hauptangeklagten gefunden worden sei: von Pistolen und Revolvern bis zu Maschinenpistolen, Sturmgewehren und Schalldämpfern reichte die Palette. Produkte namhafter Waffenhersteller und Marken waren darunter: Walther, Mauser, Luger, Beretta, Browning, Sig Sauer, Ceska, Rheinmetall, Colt, Kalaschnikow, Heckler&Koch sowie Smith&Wesson. 

Bei den Durchsuchungen in Remscheid hatten Polizisten rund 300 scharfe Schusswaffen – davon 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen, darunter Präzisionsgewehre, elf Revolver und 13 Panzerabwehrwaffen, 38 Handgranaten – sowie fast 100.000 Schuss Munition sichergestellt. Auch Schießstifte, Butterflymesser, Stahlruten, Elektroschock-Taschenlampen und Schlagringe soll der 60-Jährige im Angebot gehabt haben. Etliche Waffen wurden als unvollständig oder unbrauchbar beschrieben. Der Staatsanwalt listete auch zahlreiche Einzelteile auf.

Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert sagte unmittelbar vor Beginn des Prozesses, die Ermittler hätten einen Zeugen in Polen gefunden, der den umfangreichen Handel auch mit Kriegswaffen bestätigt habe. Verdeckte Ermittler waren dem Trio auf die Spur gekommen, als sie über einen Mittelsmann einen illegalen Waffenkauf einfädeln konnten.

Waffen hinter Geheimtüren versteckt

Geheimtüren, versteckte Räume, verborgene Schließmechanismen, Munition im Hohlraum eines Türrahmens: Der Fund des geheimen Waffenarsenals hinter einer Art privatem Waffenmuseum hatte im Oktober vergangenen Jahres bundesweit für Furore gesorgt.

Tagelang stießen 200 Einsatzkräfte in einem Gebäudekomplex in der Remscheider Innenstadt auf immer neue Überraschungen. Nach und nach förderten sie ein enormes Waffenarsenal ans Licht. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen der größten Kriegswaffenfunde der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland.

Die Staatsanwaltschaft hat die drei Männer im Alter von 35, 38 und 60 Jahren wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz angeklagt. Dafür drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Das Wuppertaler LG hat für den Fall bis zum 23. September zehn Verhandlungstage angesetzt.