Zehn Jahre Haft für falschen Notfallsanitäter

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Zehn Jahre Haft für falschen Notfallsanitäter. beck-aktuell, 24.07.2026 (abgerufen am: 26.07.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/202706)
Ein Berufskraftfahrer hatte Urkunden gefälscht und sich damit Jobs als Notfallsanitäter erschlichen. Ein Einsatz endete tödlich. Nun verurteilte das LG Kleve den 30-Jährigen.
Ein falscher Notfallsanitäter, der ohne die erforderliche Qualifikation in zahlreichen Einsätzen tätig war, ist zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren wegen Totschlags, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Urkundenfälschung verurteilt worden. Das LG Kleve am Niederrhein sah es als erwiesen an, dass der 30-Jährige sich mit gefälschten Dokumenten immer wieder Einsätze als Rettungssanitäter und Notfallsanitäter erschlichen habe (Urteil vom 24.07.2026 – 140 Ks 2/26).
Ein Fall endete 2025 tödlich für einen Patienten. Die schwerwiegenden Handlungen des Angeklagten hätten den Tod dieses Patienten herbeigeführt, sagte der Vorsitzende Richter Gerhard van Gemmeren. Der Deutsche habe bei einem Einsatz im August 2025 in Kamp-Lintfort einem schwer kranken Mann ein ungeeignetes Medikament verabreicht und zudem verhindert, dass ein Notarzt hinzugezogen wurde. Van Gemmeren sprach von einem "erschreckenden Sachverhalt" und einer "gemeingefährlichen Hochstapelei". Der 30-Jährige leide unter "einer Art Größenwahn".
Das Verhalten des Angeklagten sei demnach "kausal für das Versterben" gewesen. Zum Motiv sagte Staatsanwalt Marco Held, der 30-Jährige habe aus "übersteigertem Geltungsbedürfnis" gehandelt. Die Anklage hatte acht Jahre und sechs Monate gefordert.
Falscher Notfallsanitäter gibt Täuschung zu Prozessbeginn zu
Die Verteidigung plädierte auf eine Strafe von 18 Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung und neun Monaten für Urkundenfälschung. Rainer Pohlen, der Verteidiger des 30-Jährigen, verwies zugleich darauf, dass der Angeklagte bereits elf Monate in U-Haft sitzt. Der Tod des chronisch herzkranken 80-Jährigen, der schon mehrere Herzinfarkte erlitten hatte, sei wohl unvermeidbar gewesen.
Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn vor einer Woche eingeräumt, dass er sich wiederholt mit falschen Unterlagen als Notfallsanitäter ausgegeben habe. Er habe aber nicht schaden, sondern Menschen helfen wollen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, eine Revision ist möglich.
- Redaktion beck-aktuell, bw
- dpa
- LG Kleve
- Urteil vom 24.07.2026
- 140 Ks 2/26
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Zehn Jahre Haft für falschen Notfallsanitäter. beck-aktuell, 24.07.2026 (abgerufen am: 26.07.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/202706)



