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Saudi-Arabien

Todesurteil gegen Schiiten wegen Teilnahmen an Demonstrationen bestätigt

Vollzeit mit der Brechstange?

Saudi-Arabiens oberster Gerichtshof hat trotz heftiger internationaler Kritik das Todesurteil gegen einen jungen Schiiten bestätigt. Dies teilten der Anwalt sowie die Familie des verurteilten Ali Bakir al-Nimr am 25.10.2015 mit. Al-Nimr soll 2011 und 2012 an Demonstrationen teilgenommen haben. Damals war er minderjährig. Das mehrheitlich sunnitische Königreich wirft ihm vor, die Konfessionen gegeneinander aufgehetzt zu haben. Al-Nimr könnte nach Angaben seines Anwaltes enthauptet oder gekreuzigt werden, sobald König Salman das Urteil unterschreibt.

Kritik von Amnesty International, EU und Bundesregierung

Neben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatten auch die Europäische Union und die Bundesregierung den Richterspruch scharf verurteilt. Nach Amnesty-Angaben wurden in Saudi-Arabien bis Ende September 2015 mindestens 134 Todesurteile vollstreckt. 2014 gab es demnach 90 Hinrichtungen.

Angehörige schiitischer Minderheit demonstrierten gegen Diskriminierung

Al-Nimr ist ein Neffe des schiitischen Geistlichen Scheich Nimr al-Nimr, dem wegen Ungehorsams gegen den Herrscher ebenfalls die Hinrichtung droht. Inspiriert von den Protesten der Arabischen Aufstände hatten Angehörige der schiitischen Minderheit in der saudischen Ost-Provinz ab 2011 Demonstrationen gegen die von ihnen empfundene Diskriminierung organisiert.