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Wichtige Änderungen zum neuen Schuljahr

Attraktives Anwaltsnotariat

Das rot-grün regierte Niedersachsen kehrt zum Abitur nach neun Jahren am Gymnasium zurück. In Hessen startet Schwarz-Grün den “Pakt für den Nachmittag“ für Grundschüler. Länder wie Baden-Württemberg, Berlin oder Thüringen bauen die Sprachförderung aus - und reagieren damit auf den Zuwachs an Flüchtlingskindern. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Schulministerien zu den wichtigsten Neuerungen vor Ende der Sommerferien im ersten Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Länder ringen noch immer mit G8-Einführung

Bayern startet an 47 Gymnasien einen Pilotversuch für eine neunjährige Gymnasialzeit, offiziell “Mittelstufe plus“ genannt - als Reaktion auf jahrelangen Druck der G8-Gegner. Die Gymnasiasten sollen die Möglichkeit erhalten, die Mittelstufe statt in drei künftig in vier Jahren zu absolvieren. Als erstes Bundesland kehren in Niedersachsen alle Gymnasien wieder zurück zum Abitur nach 13 Schuljahren. Es soll aber nicht mehr Stoff in die gestreckten Lehrpläne gepackt werden. Nach einer langen kontroversen Debatte über G8 und G9 hat sich Nordrhein-Westfalen entschieden, bei G8 zu bleiben. Dennoch soll das “Turbo-Abitur“ entschleunigt werden. Dazu werden zum kommenden Schuljahr eine Reihe konkreter Maßnahmen wirksam: Hausaufgaben, Nachmittagsunterricht und die Zahl der wöchentlichen Klassenarbeiten werden begrenzt. Tage mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht sollen grundsätzlich hausaufgabenfrei sein. Die Arbeitszeit für Hausaufgaben wird in den jeweiligen Stufen begrenzt. An Tagen, an denen Klassenarbeiten geschrieben werden, sind schriftliche Tests in anderen Fächern nicht mehr zulässig.

Bessere Förderung von Sonderschülern und Flüchtlingen

Nach 40 Jahren fällt zum neuen Schuljahr die Sonderschulpflicht in Baden-Württemberg. Eltern behinderter Kinder können entscheiden, ob ihr Nachwuchs auf eine Sonder- oder eine Regelschule geht. Dafür werden 200 zusätzliche Lehrerstellen bereitgestellt. Für die Integration von jungen Flüchtlingen will das Kultusministerium im neuen Schuljahr 100 bis 200 zusätzliche Lehrerstellen anbieten. Zuvor waren schon 200 Lehrerstellen für Sprachförderung und Integration geschaffen worden. In Berlin wollen erstmals auch Privatschulen “Willkommensklassen“ für neue Schüler ohne Deutschkenntnisse, darunter viele Flüchtlingskinder, einrichten. Bisher gab es solche Lerngruppen nur an öffentlichen Schulen. Insbesondere konfessionelle Schulen und Waldorfschulen haben auf Anfrage der Behörde zugesagt, dass sie dies machen würden.

Eine Wochenstunde weniger für Lehrer in Brandenburg und Schleswig-Holstein

In Brandenburg werden zum neuen Schuljahr 2015/16 mehr als 1000 neue Lehrkräfte eingestellt, so viele wie noch nie. Die Pflichtstundenzahl für Lehrkräfte wird um jeweils eine Lehrer-Wochenstunde reduziert. Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Lüneburg müssen die rund 17.000 Lehrer an den Gymnasien Schleswig-Holsteins nach den Ferien wieder eine Stunde weniger unterrichten. Die von Rot-Grün beschlossene Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung auf 24,5 Wochenstunden wird zurückgenommen. Das Gericht hatte sie für verfassungswidrig erklärt. Zum neuen Schuljahr beginnen an den Schulen Schleswig-Holsteins 200 zusätzliche Lehrer. Bis 2017 sollen insgesamt 728 zusätzliche Lehrkräfte eingestellt werden.

Bremen verbessert Sprachförderung

Bremen setzt im kommenden Schuljahr auf eine intensivere Sprachförderung. Nach Informationen aus dem Bildungsressort wird diese an Grund- und Oberschulen sowie Gymnasien fester Unterrichtsbestandteil. Zudem werden in den allgemeinbildenden Schulen Berufsorientierungsteams aufgebaut, die Jugendliche beim Übergang in die Ausbildung begleiten sollen.

Mehr Nachmittagsbetreuung in Hessen

Vom neuen Schuljahr an sollen in Hessen Schüler an 58 Grundschulen in sechs Pilotregionen nachmittags verlässlich betreut werden. Das Land arbeitet bei seinem “Pakt für den Nachmittag“ mit den Landkreisen als Schulträger zusammen, die Eltern sollen für die zusätzliche Betreuung bezahlen. Der Beitrag des Landes für die Startphase sind 145 Lehrerstellen. Weitere 85 Stellen wandern in den sonstigen Ausbau der Ganztagsbetreuung.

Schuljahr 9+ in Mecklenburg-Vorpommern 

In Mecklenburg-Vorpommern können Schüler, die das Ziel der 9. Klasse nicht erreichen, erstmals ein Schuljahr 9+ anhängen und so die Berufsreife erwerben. Das Jahr 9+ besteht aus einem unterrichtlichen und einem betriebspraktischen Teil, um die Schüler zu motivieren, direkt nach der Schule eine Berufsausbildung zu beginnen. Zum Schuljahr 2015/16 tritt eine Verordnung in Kraft, die Seiteneinsteiger unter den Lehrern besserstellt.

Mehr Gemeinschaftsschulen

Rheinland-Pfalz wird im neuen Schuljahr noch mehr Ganztagsschulen und gemeinsamen Unterricht für behinderte und nicht behinderte Kinder anbieten. Die Zahl der Ganztagsschulen wird um 10 auf dann 720 Schulen steigen. Im Saarland beginnt das Projekt “Individuelle Lernbegleitung an Gymnasien“. Lehrer sollen durch den Aufbau eines fachbezogenen, schulübergreifenden Netzwerks zur Unterrichtsentwicklung unterstützt werden. Zum anderen sind für Schulleiter Qualifizierungsmaßnahmen zur Schulentwicklung vorgesehen. Die rot-rot-grüne Landesregierung in Thüringen genehmigt acht weitere Gemeinschaftsschulen. Damit steigt die Zahl dieser Schulen dann auf landesweit 54. Etwa 500 neue Lehrer werden während des neuen Schuljahrs eingestellt, und eine Vertretungsreserve von 100 Lehrern soll aufgebaut werden.