Bundestag muss Uni-Karrierewege wirksam verbessern

Zitiervorschlag
Bundestag muss Uni-Karrierewege wirksam verbessern. beck-aktuell, 02.11.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/185576)
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht bei den gesetzlichen Neuregelungen für Nachwuchswissenschaftler in Deutschland erheblichen Nachbesserungsbedarf. Wenige Tage vor der ersten Lesung der Gesetzesreform im Bundestag forderte die GEW die Abgeordneten der großen Koalition auf, "den Regierungsentwurf noch einmal gegen den Strich zu bürsten". Es gehe darum, "das Zeitvertragsunwesen in der Wissenschaft wirksam einzudämmen".
GEW will Befristungswahn beenden
Der stellvertretende GEW-Chef Andreas Keller sagte am 02.11.2015: "Neun von zehn wissenschaftlichen Angestellten an Hochschulen haben einen Zeitvertrag, über die Hälfte der Zeitverträge läuft nicht einmal ein Jahr. Mit diesem Befristungswahn muss endlich Schluss sein." Der Bundesrat hatte kürzlich Veränderungen des Kabinettsentwurfs von Anfang September verlangt, war damit jedoch abgeblitzt.
Regierung will verlässlichere Karrierewege ermöglichen
Auch die Regierung will jüngeren Dozenten und Forschern verlässlichere Karrierewege ermöglichen. Laut Gesetzesnovelle soll sich die Laufzeit von Verträgen an den Hochschulen im wesentlichen daran orientieren, wie lang eine Promotion oder ein Forschungsprojekt dauert. Das Ministerium greift mit seinen Reformideen auch Warnungen der Arbeitgeberseite von Hochschulen und Wissenschaftsorganisationen auf, ihre "Flexibilität" in Personalfragen nicht zu gefährden. Nach den Worten Wankas ist die Reform "Teil des Gesamtkonzeptes für den wissenschaftlichen Nachwuchs". Über eine Initiative zur Förderung dauerhafter Karriereperspektiven in der Wissenschaft - etwa über mehr Stellen, die zu einer festen Professur führen können (Tenure Track) - verhandelt das Ministerium mit den Ländern.
Gewerkschaft fordert mit Aktionswoche klarere Formulierungen
Die Bildungsgewerkschaft begrüßte, "dass die große Koalition die Missstände an Hochschulen und in der Forschung nicht länger leugnet". Mit "wachsweichen Formulierungen" gebe es allerdings keinen echten Kurswechsel in der Befristungspraxis. Um den Druck auf Regierung und Parlament zu erhöhen, hat die GEW zu einer bundesweiten Aktionswoche bis Freitag aufgerufen - unter dem Motto "Traumjob Wissenschaft".
- Redaktion beck-aktuell
- dpa
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Bundestag muss Uni-Karrierewege wirksam verbessern. beck-aktuell, 02.11.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/185576)



