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EU-Fischereireform zwingt zur Modernisierung der Hochsee-Flotte

Rechtspartnerschaften in Zeiten des Krieges

Die EU-Fischereireform hat die Betriebskosten der deutschen Hochseefischer nach Angaben ihres Verbandes in die Höhe getrieben. “Wir haben einen wirtschaftlichen Mehraufwand, um die gleiche Quote abzufischen“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes, Uwe Richter am 24.08.2015. Dazu habe insbesondere das Rückwurfverbot für unerwünschte Fänge beigetragen.

Kutter- und Küstenfischer bezweifeln Sinn des Rückwurfverbotes

Seit Jahresanfang müssen alle Fische, die in die Netze gehen, an Land gebracht werden, auch wenn sie zu klein sind. Die Fänge werden auf die zugelassenen Fangquoten der Länder angerechnet. Das Thema wird auch den Deutschen Fischereitag beschäftigen, der vom 25.08 bis zum 26.08.2015 in Rostock stattfindet. Der Verband der Kutter- und Küstenfischer beklagt ebenfalls den Mehraufwand und bezweifelt zudem den Sinn des Rückwurfverbotes. In den Beifängen seien immer auch überlebensfähige Fische, sagte der Vorsitzende Norbert Kahlfuss.

Schutz für strapazierte Fischbestände

Ziel der EU-Regelung ist es, die strapazierten Fischbestände in den Meeren besser zu schützen. Zurückgeworfene Fische waren oft tot oder verletzt. Die konkreten wirtschaftlichen Auswirkungen des Rückwurfverbotes werden aber international erst am Jahresende ermittelt und ausgewertet.

Modernisierung der Hochseefischereiflotte

Zugleich zwinge die Reform zur Modernisierung der Hochseefischereiflotte, wie Richter sagte. Um unerwünschte Fänge zu vermeiden und die Nachhaltigkeitsforderungen zu erfüllen, werde stark an der Entwicklung neuer Fangtechnik gearbeitet. Zudem spiele die technische Modernisierung der Fahrzeuge eine Rolle. Der Energie- und Treibstoffverbrauch müsse sinken, um die Kosten je Tonne Fisch zu reduzieren. Zur deutschen Hochseefischereiflotte gehören nach seinen Worten acht Fangschiffe. Im Mai war in Sassnitz auf Rügen der neue Trawler ROS 777 “Mark“ der Warnemünder Hochseefischerei in Dienst gestellt worden. Es handelte sich um den ersten Schiffsneubau der Flotte seit 19 Jahren. Zwei weitere Neubauten seien in Auftrag gegeben. In der deutschen Hochseefischerei sind 350 bis 400 Menschen beschäftigt.

Fischereitag thematisiert “voll dokumentierte Fischerei“

Auf dem Deutschen Fischereitag wollen die Verbände die Vermeidung unerwünschter Fänge, aber auch die Verwertung diskutieren. Derzeit werden zu kleine Fische unter anderem zu Fischmehl für Tierfutter verarbeitet. Wissenschaftler befassen sich aber auch mit Möglichkeiten der Nutzung für die menschliche Ernährung. Des Weiteren soll die voll dokumentierte Fischerei mit Kameras diskutiert werden, die bereits auf einem Hochseefischereifahrzeug getestet wurde.