Verbraucherschützer fordern verbraucherfreundlichere Umstellung auf IP-Telefonie

Zitiervorschlag
Verbraucherschützer fordern verbraucherfreundlichere Umstellung auf IP-Telefonie. beck-aktuell, 04.09.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/188406)
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert mehr Verbraucherfreundlichkeit bei der Umstellung der Telefon- und Internetanschlüsse auf All-IP-Netze durch die Telekommunikationsanbieter. Oft verlaufe die Umstellung nicht reibungslos, wie eine Umfrage der Verbraucherzentralen gezeigt habe. Der vzbv sieht Handlungsbedarf bei den Telekommunikationsunternehmen und beim Gesetzgeber und fordert einen pauschalierten Schadensersatz bei Störungen sowie mehr Transparenz.
Immer wieder Störungen der Anschlüsse wegen Umstellung
Verbraucher seien aufgrund der Umstellung immer wieder mit Störungen ihres Anschlusses konfrontiert, die zum Teil wochenlang anhielten, so der vzbv. Anbieter ließen ihre Kunden darüber im Dunkeln, was die Umstellung für sie bedeutet, und sparten beim Störungsdienst und der Kundenbetreuung, so Lina Ehrig, Teamleiterin Digitales und Medien beim vzbv.
vzbv fordert mehr Transparenz
Der vzbv fordert Konsequenzen. Die Telekommunikationsunternehmen sollten öffentlich darüber informieren, wann in welcher Region auf Internettelefonie umgestellt wird und wie viele Kunden betroffen sein werden. Wenn der Anschluss nach der Umstellung nicht richtig funktioniere, müssten Verbraucher zurückwechseln können, ohne dabei ihre Rufnummer zu verlieren. Mit der Umstellung dürfe nicht automatisch eine neue Vertragslaufzeit von 24 Monaten beginnen. Falls Kunden wegen der Umstellung neue Endgeräte benötigten, müssten diese vom Anbieter kostenlos gestellt werden. Auch über technische Einschränkungen sollten die Kunden nach Ansicht des Verbandes vorab informiert werden, etwa bei Hausnotrufsystemen.
Pauschalierter Schadenersatz bei Störungen
Auch die Bundesnetzagentur sei gefragt. Sie müsse den Unternehmen Mindestvorgaben in Sachen Dienstequalität machen. Eine Verschlechterung der Verbindungsqualität durch die Umstellung sei nicht hinzunehmen. Auch müsse generell eine höhere Diensteverfügbarkeit als die derzeit üblichen 97% vorgeschrieben werden. "An elf Tagen im Jahr kein Telefon, kein Internet und kein Notruf ist ein inakzeptabler Standard", so Ehrig. Verbraucher sollten einen gesetzlichen Anspruch auf pauschalierten Schadenersatz bekommen, fordert der vzbv: 20 Euro für jeden Tag ohne Telefon und/oder Internet – zahlbar ab dem dritten Tag nach Meldung der Störung.
- Redaktion beck-aktuell
Zitiervorschlag
Verbraucherschützer fordern verbraucherfreundlichere Umstellung auf IP-Telefonie. beck-aktuell, 04.09.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/188406)



