Streit um Entschädigung – Land kommt auf Justizopfer Harry Wörz zu

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Streit um Entschädigung – Land kommt auf Justizopfer Harry Wörz zu. beck-aktuell, 22.02.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/180451)
Harry Wörz steht für einen der spektakulärsten Justizirrtümer – jetzt gibt es ein neues Entschädigungsangebot des Landes Baden-Württemberg. Dies teilte die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe am 19.02.2016 mit. Über die Höhe machte die Behörde keine Angaben. Sprecher Jürgen Gremmelmaier sagte aber: "Unser Ansinnen ist, eine endgültige und umfassende Einigung zu erzielen."
Viereinhalb Jahre unschuldig im Gefängnis
Von Harry Wörz war dazu zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Der 49-Jährige aus Birkenfeld bei Pforzheim war 1998 wegen versuchten Totschlags an seiner damaligen Frau verurteilt worden und saß viereinhalb Jahre unschuldig im Gefängnis. Er stritt 13 Jahre vor verschiedenen Gerichten, bis er im Dezember 2010 rehabilitiert wurde. Seine damals von ihm getrennt lebende Frau war 1997 mit einem Schal fast zu Tode gewürgt worden. Die frühere Polizistin ist heute ein schwerer Pflegefall und kann sich nicht mehr mitteilen. Wer die Tat verübte, wurde nicht aufgeklärt.
Wörz erachtete bisher vergleichweise angebotenen Betrag als zu gering
Im Sommer 2015 hatte Wörz ein Vergleichsangebot des Landes abgelehnt, das eine "sechsstellige Summe zur Abgeltung aller Forderungen" vorsah. Bislang billigte der Staat dem Installateur knapp 156.000 Euro zu. Wörz wollte aber zusätzliche Entschädigungen. Der Generalstaatsanwaltschaft zufolge war Wörz vor einiger Zeit auf die Behörde zugekommen. Nach dem neuen Angebot sei nun Wörz am Zug: "Wir warten auf eine Reaktion", so Gremmelmaier.
- Redaktion beck-aktuell
- dpa
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Streit um Entschädigung – Land kommt auf Justizopfer Harry Wörz zu. beck-aktuell, 22.02.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/180451)



