Prozess gegen Frauenarzt platzt wegen befangenen Gutachters

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Prozess gegen Frauenarzt platzt wegen befangenen Gutachters. beck-aktuell, 08.03.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/179596)
Der Prozess gegen einen Dortmunder Frauenarzt, der heimlich zahlreiche Patientinnen gefilmt und dabei auch sexuell missbraucht haben soll, ist vorerst geplatzt. Das Dortmunder Landgericht gab am 07.03.2016 einem Befangenheitsantrag des Angeklagten gegen den medizinischen Gutachter statt. Die Richter unterstellten dem Sachverständigen, bewusst "belastende Umstände gesucht“ zu haben, um "den Angeklagten zu überführen“. Die 31. Strafkammer des Landgerichts muss nun ein neues Gutachten in Auftrag geben. Frühestens im September 2016 soll die Verhandlung von vorne beginnen.
Gutachter wollte "Grundlage für Anklage" finden
Dem Gutachten zufolge soll der Angeklagte die Patientinnen unnötigen Untersuchungen unterzogen haben. Daraus zog die Anklage den Schluss, der Arzt habe ein rein sexuelles Interesse an den Berührungen gehabt. Der Sachverständige hatte vor der Erstattung seines Gutachtens erklärt, wie er an seine Arbeit herangegangen ist: "Ich habe versucht, eine Grundlage zu finden für eine Anklage der Staatsanwaltschaft.“ Daraufhin hatte der Verteidiger sofort einen Befangenheitsantrag gestellt.
- Redaktion beck-aktuell
- dpa
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Prozess gegen Frauenarzt platzt wegen befangenen Gutachters. beck-aktuell, 08.03.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/179596)



