Auschwitz-Komitee betont Bedeutung von Gerichtsverfahren

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Auschwitz-Komitee betont Bedeutung von Gerichtsverfahren. beck-aktuell, 15.02.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/180756)
Das Internationale Auschwitz-Komitee hat angesichts der neuen Auschwitz-Prozesse die Bedeutung der Verfahren für die Holocaust-Überlebenden betont. Wenn, wie nun im Detmolder Verfahren gegen einen ehemaligen SS-Mann, Bürger Überlebende nach ihrer Zeugenaussage auf der Straße erkennen, ihnen die Hand drücken und ihr Mitgefühl ausdrücken wollten, sei dies nicht nur ein "Blick in die Geschichte, sondern vor allem auch in die Gesellschaft", sagte Christoph Heubner, Vize-Exekutivpräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, in dem ehemalige Auschwitz-Häftlinge zusammengeschlossen sind.
Komitee kritisiert Verzicht auf Aussagen ehemaliger Häftlinge
Die bisherigen Prozesstage in Detmold zeigten, dass "die meisten Menschen in Deutschland gelernt haben, sich mit Herz und Verstand mit der entsetzlichen Geschichte auseinanderzusetzen". Für die Überlebenden sei diese Erfahrung und die Möglichkeit, Zeugnis abzulegen, ungeheuer wichtig. Umso irritierender sei daher die Entscheidung des Gerichts in Neubrandenburg, den anstehenden Prozess gegen einen einstigen SS-Mann auf drei Verhandlungstage zu planen und auf Aussagen ehemaliger Häftlinge zu verzichten. "Das hat schon einen kleingeistigen Verweigerungscharakter", meinte Heubner. Dabei seien "Auschwitz-Prozesse wie die in Detmold und in Lüneburg für Deutschland keine Bedrohung, sondern eine Chance. Hoffentlich wird das auch in Neubrandenburg verstanden".
- Redaktion beck-aktuell
- dpa
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Auschwitz-Komitee betont Bedeutung von Gerichtsverfahren. beck-aktuell, 15.02.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/180756)



