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Aserbaidschan

Kritische Journalistin zu Haftstrafe verurteilt

Schüler entlasten Jugendrichter

In einem umstrittenen Prozess hat die Justiz der autoritären Südkaukasusrepublik Aserbaidschan die investigative Journalistin Chadidscha Ismailowa zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Ein Gericht in der Hauptstadt Baku befand die regierungskritische Reporterin vom US-finanzierten Sender Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) am 02.09.2015 mehrerer Finanzvergehen für schuldig, wie etwa Steuerhinterziehung und Unterschlagung.

Journalistin setzte sich für Aufdeckung von Korruption ein

Die Anklage hatte neun Jahre Gefängnis gefordert. Die Verteidigung will das Urteil anfechten, wie örtliche Medien berichteten. Ismailowa war 2012 mit einem Förderpreis der Hamburger Zeit-Stiftung geehrt worden für die Aufdeckung von Korruption, Machtmissbrauch und Menschenrechtsverletzungen in Aserbaidschan. Die Organisation Reporter ohne Grenzen bezeichnete das Urteil als willkürlich sowie als Einschüchterungsversuch für Journalisten in der Ex-Sowjetrepublik.

Europarat kritisiert auffällige Zunahme von Prozessen

Der Europarat kritisierte eine auffällige Zunahme von Prozessen gegen Menschenrechtler und Journalisten in dem Land. Zuletzt waren die Bürgerrechtlerin Leyla Yunus (59) und ihr Mann Arif (60) in dem Land am Kaspischen Meer trotz scharfer Kritik des Westens zu langen Haftstrafen verurteilt worden.