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Verdachtsberichterstattung

Mehr Artikel zu diesem Tag

Unzulässige Verdachtsbrieferstattung
Öffentliche Untreuevorwürfe gegen Ex-Bürgermeister

Unzulässige Verdachtsbrieferstattung

Das LG Freiburg hat eine einstweilige Verfügung bestätigt, nachdem ein Bürger in einem Leserbrief seinem früheren Bürgermeister Untreue vorgeworfen hatte. Aus Sicht der Kammer müssen bei solchen Publikationen ähnliche Regeln wie für Journalisten gelten.

Wenn die mediale Welle rollt
Berichterstattung im Fall Ulmen

Wenn die mediale Welle rollt

Die Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes erhebt laut einem Spiegel-Bericht gegen ihren Ex-Ehemann Christian Ulmen schwere Vorwürfe, andere Medien berichten wiederum darüber. Doch diese Eigendynamik ist gefährlich – für Betroffene und auch Journalisten, warnt Jörn Claßen.

Wer informieren will, muss informiert sein
Exiljournalismus

Wer informieren will, muss informiert sein

Ein vietnamesischer Exiljournalist berichtete von Deutschland aus über einen Megakonzern in seinem Heimatland. Doch auch, wer aus der Ferne berichtet, muss sich um Genauigkeit bemühen – auf Gerüchte durfte er sich nicht berufen, erinnerte ihn das LG Berlin II. 

Freigiebigkeit ist noch kein Kündigungsgrund
Chef dreht frei

Freigiebigkeit ist noch kein Kündigungsgrund

Wegen der Schließung seiner Abteilung soll eine Führungskraft besonders großzügig Elternzeitanträge abgesegnet und vertrauliche Informationen weitergegeben haben. Die fristlose Kündigung hat das LAG Düsseldorf nun gekippt: Es war nicht eindeutig, dass er dem Konzern damit schaden wollte.

Doch kein "Strippenzieher" im Familienimperium?
Block-Anwalt siegt gegen die "Zeit"

Doch kein "Strippenzieher" im Familienimperium?

Die Zeit muss sich korrigieren: Andreas Costard, Anwalt der Block-Familie, ging gerichtlich gegen die Berichterstattung der Wochenzeitung vor, wonach er sich die Kontrolle über das Familienvermögen sichern wollte und dazu bei der Kindesentführung half. Das LG Berlin II gibt ihm Recht.

Zeitung durfte "Familienanwalt" der Blocks namentlich nennen
"Herausgehobene Funktion als Anwalt"

Zeitung durfte "Familienanwalt" der Blocks namentlich nennen

Auch das weniger prominente Umfeld von Christina Block ist nicht vor der Öffentlichkeit gefeit. Das zeigt ein Urteil des LG Berlin II im Fall des "Familienanwalts", der ebenfalls angeklagt ist. Bild.de durfte ihn namentlich nennen.

Bild-Zeitung durfte über Vernehmung des "Kidnapper-Chefs" berichten
Block-Prozess

Bild-Zeitung durfte über Vernehmung des "Kidnapper-Chefs" berichten

Mit den Aussagen des mutmaßlichen Kindesentführers kam neuer Wind in den Prozess um Christina Block. Die Bild-Zeitung durfte schon vor der Verhandlung über dessen Vernehmungsprotokoll berichten, sagt das LG Berlin II. Ob die Veröffentlichung strafbar gewesen sein könnte, spiele dabei keine Rolle.

Correctiv darf von "Masterplan zur Ausweisung deutscher Staatsbürger" sprechen
"Geheimplan gegen Deutschland"

Correctiv darf von "Masterplan zur Ausweisung deutscher Staatsbürger" sprechen

Die Formulierung des Magazins Correctiv im Artikel "Geheimplan gegen Deutschland" sei zulässig, entschied das LG Hamburg am Freitag und wies die Klage von zwei Teilnehmern des sogenannten Potsdam-Treffens ab. Die Formulierung sei als Meinungsäußerung erkennbar und basiere auf wahren Tatsachen. 

Ein Anfangsverdacht reicht aus
Spiegel-Berichte über Wirecard-Skandal

Ein Anfangsverdacht reicht aus

Über Beschuldigte, die bloß verdächtig und nicht verurteilt sind, dürfen Medien nur nach bestimmten Regeln berichten. Doch sie dürfen berichten. Im Kontext der Spiegel-Berichterstattung über den Wirecard-Skandal stärkte das BVerfG am Mittwoch einmal mehr die Pressefreiheit, erläutert Martin W. Huff.

Bericht über vagen AfD-Spionageverdacht war zulässig
Russlandkontakte

Bericht über vagen AfD-Spionageverdacht war zulässig

"Spionage im Auftrag des Kremls?" – Das Handelsblatt durfte in seinem Artikel den vagen Verdacht mehrerer Politiker gegenüber der AfD wiedergeben. In formeller Hinsicht verstoße das zwar gegen die Grundsätze der Verdachtsberichterstattung, darauf kommt es laut dem LG Berlin II aber gar nicht an.