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Digitalisierung wird Rechtsanwaltsbranche massiv verändern

Klageindustrie

Der Prozess der Digitalisierung wird auch in der Rechtsanwaltsbranche zu einem tiefgreifenden Wandel führen, schreibt das Hamburger Wirtschaftsmagazin "Bilanz" in seiner am 01.04.2016 erscheinenden Ausgabe. "In den kommenden zwei Jahrzehnten wird sich in der Welt des Rechts mehr verändern als in den vergangenen zwei Jahrhunderten", zitiert das Magazin den britischen Juristen, Buchautor und Berater Richard Susskind.

Digitalisierung bedroht bestehende Geschäftsmodelle

Die Entwicklung bedrohe bestehende Geschäftsmodelle sowohl kleiner als auch internationaler Anwaltskanzleien. Künftig könnten immer mehr standardisierte Prozesse durch Programme erledigt werden. "Es werden nicht mehr nur Anwälte Rechtsdienste anbieten, sondern auch Technikunternehmen", erklärte Susskind gegenüber "Bilanz". In Großbritannien seien seit 2013 bereits mehr als tausend Kleinkanzleien verschwunden.

Wandel trifft auch Großkanzleien

Auch große Rechtsunternehmen spürten die Veränderung: "Jahrzehntelang haben Kanzleien die Berufsanfänger Akten wälzen lassen und sich so den Stundenzettel gefüllt", sagte Leo Staub, Direktor der Executive School of Management, Technology & Law der Universität St. Gallen. Doch damit sei es bald vorbei. Kanzleien müssten ihre Geschäftsmodelle in Zukunft neu ordnen - zum Vorteil der Mandanten: "Unternehmen werden Kanzleien auch danach auswählen, zu welchem, am besten festen Preis sie ihre Leistung anbieten", so Staub.