Gericht kassiert Todesurteil wegen Diskriminierung bei Geschworenen-Auswahl

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Gericht kassiert Todesurteil wegen Diskriminierung bei Geschworenen-Auswahl. beck-aktuell, 24.05.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/175736)
Das oberste US-Gericht hat nach fast drei Jahrzehnten das Todesurteil gegen einen Afro-Amerikaner aufgehoben, weil in der Geschworenen-Jury nur Weiße saßen. Timothy Tyrone Foster war 1987 im Alter von 18 Jahren für den Mord an einer 79-jährigen Weißen schuldig gesprochen worden und sitzt seitdem in Georgia in der Todeszelle. Die Entscheidung des Supreme Court vom 23.05.2016 heißt nun für den heute 47-Jährigen, das sein Fall neu verhandelt wird.
Verfassungsrichter: Schwarze Juroren wurden aus Jury herausgehalten
Einblicke in die Prozessunterlagen hätten deutlich gezeigt, dass es “eine gemeinsame Anstrengung gegeben hat, schwarze Juroren aus der Jury herauszuhalten“, schreibt Verfassungsrichter John G. Roberts in der Begründung. Fosters Anwalt betonte, das Schicksal seines Klienten sei ein Fall wie aus dem Lehrbuch. Jedoch: “Die Entscheidung in diesem Fall wird die Diskriminierung bei der Jury-Auswahl nicht beenden."
Allein afro-amerikanischer Verfassungsrichter stimmte gegen Entscheidung
Das Votum der obersten Richter fiel sieben zu eins. Gegen die Entscheidung stimmte der einzige afro-amerikanische Verfassungsrichter, Clarence Thomas, der dem konservativen Flügel zugeordnet wird.
- Redaktion beck-aktuell
- dpa
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Gericht kassiert Todesurteil wegen Diskriminierung bei Geschworenen-Auswahl. beck-aktuell, 24.05.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/175736)



