Direkt zum Inhalt
Direkt zum Inhalt
Türkei

Geldstrafe für Journalist Can Dündar wegen Beleidigung Erdogans

Codiertes Recht

Der regierungskritische Journalist Can Dündar ist in der Türkei wegen Beleidigung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und mehreren seiner Gefolgsleute zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er solle rund 29.000 Türkische Lira (rund 9.000 Euro) Strafe zahlen, sagte der Anwalt Dündars, Bülent Utku, am 25.04.016 gegenüber der Presse. Ein Gericht in Istanbul habe entschieden, dass Dündar sowohl Erdogan, als auch dessen Sohn Bilal und mehrere Minister in seinen Kolumnen beleidigt habe.

Berichte über Korruptionsskandal aus dem Jahr 2013

Utku kündigte Berufung an und sagte: "Mein Mandant hat als Journalist einfach nur seine Pflicht getan. Er hat kein beleidigendes Wort verwendet." Die genaue Urteilsbegründung des Gerichts stehe noch aus. In seinen Texten hatte Dündar den Korruptionsskandal aus dem Jahr 2013 thematisiert. Mehrere Minister der islamisch-konservativen AKP-Regierung, deren Söhne und der Sohn Erdogans waren damals in Verdacht geraten, in Korruption verwickelt zu sein.

In weiterem Prozess wegen Spionage droht lebenslange Haft

Dündar ist Chefredakteur der Zeitung "Cumhuriyet“. Mit dem Hauptstadtkorrespondenten Erdem Gül muss er sich in einem weiteren Prozess unter anderem wegen Spionage, versuchtem Umsturz der Regierung und Unterstützung einer Terrororganisation verantworten. Den beiden droht lebenslange Haft. Die Verhandlung wird am 06.05.2016 fortgeführt.