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LG Ravensburg

Fast acht Jahre Haft nach versuchter Brandstiftung in Asylunterkunft

Vollzeit mit der Brechstange?

Weil er Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft in Baden-Württemberg gelegt hat, ist ein Asylbewerber zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Ravensburg sah es am 03.11.2016 als erwiesen an, dass der zur Tatzeit im März 30 Jahre alte Mann den möglichen Tod etlicher im Gebäude schlafender Asylbewerber billigend in Kauf genommen hat. Verurteilt wurde er wegen versuchten Mordes in 26 Fällen, versuchter schwerer Brandstiftung und vorsätzlicher Körperverletzung.

Frust über die Lebenssituation als Motiv

Als Motiv vermutete die Anklagebehörde zur Prozesseröffnung Mitte Oktober Verfolgungsängste – daraus seien Suizidabsichten entstanden. Ein Experte sah keine psychische Erkrankung. Aus Sicht des Gerichts handelte der Angeklagte aus Frust über seine Lebenssituation.

26 Menschen gerettet

Vor der Zündelei soll der Mann Rauchmelder funktionsunfähig gemacht haben. Dann soll er mitten in der Nacht verschiedene Kleidungsstücke und Papier angezündet haben. Mitbewohner in der Unterkunft im Kreis Biberach bemerkten das Feuer, bevor der Brand auf das Gebäude übergreifen konnte. 26 Menschen, darunter 10 Kinder, wurden gerettet.