Lehrerinnen bekommen mildere Strafen

Zitiervorschlag
Lehrerinnen bekommen mildere Strafen . beck-aktuell, 17.04.2026 (abgerufen am: 18.04.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/196536)
Ein Kind ertrank bei der ersten Schwimmstunde, zwei Pädagoginnen wurden deshalb wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Im Berufungsprozess kämpften sie um mildere Strafen – und bekamen diese nun auch.
Nach dem Ertrinken eines Siebenjährigen beim Schwimmunterricht sind die Strafen gegen zwei Pädagoginnen wegen fahrlässiger Tötung im Berufungsprozess abgemildert worden. Statt Freiheitsstrafen zur Bewährung wurden die Frauen vom LG Konstanz nur noch zu Geldstrafen verurteilt, die Lehrerin zu 150 Tagessätzen à 60 Euro und die damalige Referendarin zu 85 Tagessätzen à 100 Euro. Das Urteil ist rechtskräftig, weil alle Beteiligten auf eine Revision verzichteten.
Der Zweitklässler war bei seiner ersten Schwimmstunde am 18. September 2023 ertrunken. Zu dem Unglück kam es nach Ansicht des Gerichts, weil alle 21 Schülerinnen und Schüler gleichzeitig ins Wasser gelassen wurden – darunter Schwimmerinnen und Nichtschwimmer – und die Pädagoginnen sie dadurch nicht alle sicher im Blick behalten konnten.
Berufung gegen Strafmaß
Die 45 Jahre alte Lehrerin war in erster Instanz vom AG zu neun Monaten Haft auf Bewährung und einer Schmerzensgeldzahlung von 10.000 Euro an die Eltern des Jungen verurteilt worden. Die damalige Referendarin (27) bekam sechs Monate Haft auf Bewährung und sollte 7.000 Euro Schmerzensgeld zahlen.
Die Verteidigung der Frauen hatte jeweils Berufung eingelegt, diese aber nur auf die Prüfung der Strafhöhe beschränkt. Bei den Schmerzensgeldzahlungen soll es bleiben. Neu verhandelt wurde deshalb nicht der Schuldspruch des AG vom Februar 2025, sondern nur das Strafmaß. "Wir hatten heute einen wirklich schwierigen Fall und einen sehr tragischen Fall zu entscheiden", sagte der Vorsitzende Richter.
Die Staatsanwaltschaft sowie die Nebenklage hatten gefordert, die Berufung zu verwerfen und es bei den Bewährungsstrafen zu belassen. Für die Familie sei das Urteil ein Abschluss, sagte deren Anwalt.
- Redaktion beck-aktuell, sst
- dpa
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Lehrerinnen bekommen mildere Strafen . beck-aktuell, 17.04.2026 (abgerufen am: 18.04.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/196536)



