LG Düsseldorf verurteilt notorischen Hochstapler zu Haftstrafe

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Frank Christiansen: LG Düsseldorf verurteilt notorischen Hochstapler zu Haftstrafe. beck-aktuell, 30.08.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/171116)
Ein notorischer Hochstapler, der sich als Staatsanwalt, Pilot oder Arzt ausgegeben hat, ist erneut wegen Betrugs und Titelmissbrauchs schuldig gesprochen worden. Das Landgericht Düsseldorf hat den 28-Jährigen aus Ratingen am 29.08.2016 zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.
Erneute Anklage umfasste über 30 Taten
Über 30 Taten waren Marc G. diesmal vorgeworfen worden. Als besonders verwerflich hatte die Staatsanwältin hervorgehoben, dass der 28-Jährige unter falschem Namen eine Prostituierte per Flugzeug aus Berlin nach Düsseldorf beordert habe, um sie dann um Lohn und Spesen zu prellen. Auch das Gericht verhängte dafür die höchste Einzelstrafe. Seine bisherigen Erfahrungen mit der Justiz scheinen Marc G. eher inspiriert als geläutert zu haben: Nachdem er früher als falscher Arzt, Pilot und Diplomat sein Unwesen trieb, trat er nach seiner letzten Verurteilung als Staatsanwalt “Tassilo von Hirsch“ auf.
Umfassendes Geständnis strafmildernd
Die Vorsitzende Richterin Bettina Reucher-Hodges sparte angesichts der Unverfrorenheit des Wiederholungstäters nicht mit eindringlichen Worten: “Wir verschonen Sie von der Haft, und dann begehen Sie diese Taten. Die deutlichen Warnzeichen der Justiz haben Sie ständig missachtet. Ich hoffe, dass Sie ihren Weg ändern“, sagt die Juristin und legte dem 28-Jährigen nahe, sich in der Haft endlich mal um eine Berufsausbildung zu bemühen. Ohne sein umfassendes Geständnis wäre die Strafe noch deutlich höher ausgefallen.
Angeklagter führte Luxusleben
“Ich war der Prahler, der im Mittelpunkt stand, Champagner ausgegeben und das Geld rausgelassen hat“, hatte der so Kritisierte beim Prozessauftakt gestanden. Im Düsseldorfer Nachtleben, in Nobel-Clubs, Bordellen und beim Shopping auf der Königsallee habe er insgesamt bereits eine sechsstellige Summe verprasst. Für 10.000 Euro hatte er die Escort-Dame aus Berlin an seinen Wohnort nach Ratingen geordert. Damit seine unter ihm wohnende Mutter vom Treiben nichts mitbekam, musste das Callgirl Ballettschuhe tragen. Ob Tausende Euro für Zigarren oder teure Kleidung - Aushilfskellner Marc G. hat es krachen lassen, wenn es darum ging, unter falschem Namen, auch dem seiner Mutter, online einzukaufen. Auf 38 Alias-Namen kam die Anklage. Verteidiger Schmitz warf sich vergeblich für eine Bewährungsstrafe ins Zeug. Eine Therapie sei viel wichtiger, sagte er.
- dpa
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Frank Christiansen: LG Düsseldorf verurteilt notorischen Hochstapler zu Haftstrafe. beck-aktuell, 30.08.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/171116)



