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China

Gericht weist erste Klage auf Zulassung der Homo-Ehe zurück

Parken in Pink

Ein chinesisches Gericht hat die erste Klage eines schwulen Paares auf Zulassung der Homo-Ehe in China zurückgewiesen. Nur Männer und Frauen könnten heiraten, argumentierte das Furong Bezirksgericht von Changsha in der zentralchinesischen Provinz Hunan am 13.04.2016. "Wir sind sehr unzufrieden mit dem Urteil", sagte der 26-jährige Kläger der Deutschen Presse-Agentur. "Ich werde in Berufung gehen." Seine Klage ermutige jedoch die Gemeinde der Schwulen und Lesben in China, die häufig in Anonymität lebten.

Gericht ließ Klage zu

Der Kläger Sun Wenlin - ein Pseudonym - wehrt sich dagegen, dass sich das Standesamt von Changsha geweigert hatte, seinen Antrag auf Eheschließung mit seinem Freund zu akzeptieren. Das Gericht ließ die in China bislang einmalige Klage zu, beschäftigte sich in der Anhörung aber nur sehr kurz mit dem Fall, bevor es überraschend das Urteil verkündete. "Wie viele Anwälte und Juristen habe ich das Ergebnis erwartet", sagte sein Anwalt Shi Fulong der dpa. "Aber ich hätte nicht gedacht, dass sofort eine Entscheidung verkündet würde."

Erste Klage auf Zulassung der Homo-Ehe in China

In seiner Klage argumentierte Sun Wenlin, dass Chinas Heiratsgesetz nicht ausdrücklich vorsehe, dass Ehen nur zwischen Männern und Frauen geschlossen werden könnten. Vielfach wurde begrüßt, dass die Klage überhaupt erstmals zugelassen wurde. "Auch wenn wir verloren haben, ist der Fall doch bedeutsam", sagte Anwalt Shi Fulong. "Es ist die erste Klage auf Zulassung gleichgeschlechtlicher Ehen in China."

Anwalt: Klage ist Ermutigung für andere Aktivisten

"Die Legitimierung der Homo-Ehe kann nicht mit einer Klage erreicht werden", sagte der Anwalt, der schon andere kontroverse und politisch heikle Fälle vertreten hat. "Wir werden in Zukunft weiterkämpfen müssen." Die Klage sei aber positiv und werde andere Aktivisten ermutigen. "Die junge Generation ist mutig genug, um sich selbst zu verwirklichen und für ihre Rechte zu kämpfen."

Homosexualität erst 2001 von Liste der Geisteskrankheiten gestrichen

Bis 1997 galt Homosexualität in China noch als Verbrechen und wurde erst 2001 von der amtlichen Liste der Geisteskrankheiten gestrichen. In großen Metropolen wie Peking und Shanghai haben sich Gemeinschaften von Schwulen und Lesben in Bars und anderen Treffpunkten sowie Unterstützungsgruppen gebildet.

Großteil der Homosexuellen lebt Sexualität nur im Verborgenen aus

Doch viele leben in der Anonymität, weil chinesische Familien nach dem konfuzianischen Wertesystem von ihren Kindern erwarten, dass sie heiraten und den Familienstamm fortsetzen. Aus Rücksicht auf ihre Eltern heiraten nach Schätzungen rund 80% der Homosexuellen in China und leben ihre Sexualität nur im Verborgenen aus.

Toleranz in der Bevölkerung groß

Zumindest solange Homosexualität nicht in ihren Familien vorkommt, scheint die Toleranz in der Bevölkerung aber groß zu sein. In einer Umfrage von 2014 unterstützten fast 85% von 921 Befragten grundsätzlich die Homo-Ehe, während nur 2% dagegen und 13% "unsicher" waren, berichtete die Zeitung "Global Times".

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