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Großbritannien

Drei Ex-Banker wegen Zinsmanipulationen schuldig gesprochen

Rechtspartnerschaften in Zeiten des Krieges

Drei ehemalige Mitarbeiter der britischen Großbank Barclays sind wegen der Manipulation des Referenzzinssatzes Libor schuldig gesprochen worden. Die Männer im Alter von 35, 38 und 45 Jahren verschafften sich nach Ansicht eines Londoner Gerichts zwischen 2005 und 2007 betrügerisch Vorteile, indem sie den Zinssatz, den Banken für Geschäfte untereinander verlangen, manipulierten.

Beteiligte manipulierten Libor-Zinssatz

Den Schuldspruch fällte eine Jury bereits vergangene Woche, aber der zuständige Richter hob erst am 04.07.2016 eine Berichtssperre auf. Ein wichtiges Beweismittel der Ermittler von der britischen Betrugsbehörde SFO (Serious Fraud Office) war der E-Mail-Verkehr der Beteiligten. Das Urteil soll es am 07.07.2016 geben. Der Skandal um manipulierte Zinssätze war 2011 ins Rollen gekommen, die Aufarbeitung läuft noch. Einer der Drahtzieher war vergangenen August zu 14 Jahren Haft verurteilt worden, die Strafe wurde später auf elf Jahre heruntergeschraubt.

Skandal zieht weltweite Kreise

Insgesamt hat das SFO bislang 13 Personen angeklagt, gegen sieben Händler von Barclays und Deutscher Bank soll der Prozess in einem Jahr beginnen. Auch in den USA müssen sich mehrere frühere Händler auch von der Deutschen Bank vor Gericht verantworten. Viele der weltweit mindestens 16 darin verwickelten Banken mussten bereits teure Vergleiche und Strafen zahlen. Der Libor-Zinssatz ist ein Richtwert, der jeden Tag Finanzgeschäfte in dreistelligem Billionen-Volumen maßgeblich beeinflusst.