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Bundesjustizminister will sexistische Werbung verbieten

Carl von Ossietzky

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" geschlechterdiskriminierende Werbung in Deutschland unterbinden. Ein entsprechender Entwurf zur Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb soll in der schwarz-roten Regierung in Kürze beraten werden. Dies bestätigte eine Sprecherin des Ministeriums.

Keine Reduzierung auf Sexualobjekte in der Werbung

Künftig könnten Plakate oder Anzeigen unzulässig sein, die Frauen oder Männer auf Sexualobjekte reduzieren. Im Streitfall müsste ein Gericht entscheiden. Ziel ist es dem "Spiegel"-Bericht zufolge, auch als Reaktion auf die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in Köln, ein "moderneres Geschlechterbild" in Deutschland zu etablieren.

Lindner kritisiert "Schritt zum Nannystaat" 

FDP-Chef Christian Lindner warf dem SPD-Politiker "Spießigkeit" vor: "Heiko Maas geht den nächsten Schritt zum Nannystaat, der den Bürgern nichts zutraut und Verbraucher für unmündig hält", sagte er am 11.04.2016 in Berlin. "Seine Pläne zum Verbot vom Nacktheit und sexualisierter Werbung sind an Spießigkeit kaum zu überbieten. Die Verhüllung von Frauen zur Bändigung von Männern zu fordern, das kannte man von radikalen islamischen Religionsführern, aber nicht vom deutschen Justizminister."

Heilmann: Brauchen nicht noch mehr Vorschriften

Eine Absage an Maas kam auch von Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU). Er sagte der "Bild"-Zeitung: "Die SPD scheint aus den Fehlern der Grünen nicht zu lernen. Die Bevölkerung möchte zu Recht möglichst wenig Vorschriften. Wir brauchen weder einen Veggie Day noch Geschmacksvorschriften für Werbeplakate. Es gibt dafür den Werbe- und den Presserat, die gut arbeiten."