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Irans Parlament will Haft statt Todesstrafe für kleine Dealer

Rentenrebellen

Kleine Dealer sollen im Iran künftig nicht mehr hingerichtet werden, sondern Haftstrafen zwischen 25 und 30 Jahren erhalten. Das iranische Parlament habe am 23.11.2016 ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, berichtete die Nachrichtenagentur ISNA.

Trotz harter Strafen Zunahme des Drogenschmuggels

Ein Untersuchungsausschuss der Justiz war im Sommer 2016 zu dem Ergebnis gekommen, dass trotz der vielen Hinrichtungen die Menge und Vielfalt der in den Iran geschmuggelten Drogen eher mehr als weniger geworden seien. Außerdem würden nur die einfachen Dealer, nicht aber Drogenbosse mit dem Tod bestraft. Bislang hielt die Justiz an ihrem Grundsatz fest, dass Dealer, die Tausende Jugendliche in den Tod trieben, auch entsprechend bestraft werden müssten.

5.000 kleine Dealer warten auf Vollstreckung der Todesstrafe

Der Abgeordnete Hassan Norusi sagte dem Parlament am 23.11.2016, dass derzeit 5.000 Drogenschmuggler im Alter zwischen 20 und 30 Jahren auf die Vollstreckung ihrer Todesurteile warten. Meist handele es sich um ahnungslose kleine Dealer, die wegen ihrer Armut zu ihrer Tat überredet worden seien. "Die sollten nicht büßen für die Drogenbosse und die eigentlichen Strippenzieher im Hintergrund", sagte Norusi. 

Iran bei Hinrichtungszahlen weltweit vorn

Der Iran hat weltweit eine der höchsten Hinrichtungsquoten. Nach Angaben von Amnesty International wurden 2015 dort 977 Todesurteile vollstreckt. Seit Jahresbeginn sollen bereits mehr als 700 Menschen hingerichtet worden sein. Meist ging es um Drogenkriminalität sowie um sexuellen Missbrauch von Kindern.