Behörde darf Trumps alte Steuererklärungen nicht mehr prüfen

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Behörde darf Trumps alte Steuererklärungen nicht mehr prüfen. beck-aktuell, 20.05.2026 (abgerufen am: 21.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/198361)
Vor Jahren soll ein Mitarbeiter einer US-Steuerbehörde Informationen über Trumps Konzern unerlaubt an die Medien weitergereicht haben. Jetzt erzielt der Präsident einen Vergleich - mit großen Vorzügen für ihn.
Die US-Steuerbehörde darf auf Betreiben der Regierung keine früheren Steuererklärungen von Präsident Donald Trump mehr prüfen. Das geht aus dem zweiten Teil eines juristischen Vergleichs mit dem US-Justizministerium hervor, der jetzt öffentlich wurde. Trump hatte die Steuerbehörde IRS auf mindestens zehn Milliarden Dollar Schadenersatz verklagt, nachdem sich ein Mitarbeiter während Trumps erster Amtszeit (2017-2021) unrechtmäßig Steuerdaten der Trump Organization verschafft und diese an mehrere Medien weitergegeben haben soll.
Der "auf ewig" zugesicherte Prüfverzicht der Behörde umfasst alle Kläger, zu denen neben Trump auch die Familienfirma Trump Organization sowie die Söhne des Präsidenten, Eric Trump und Donald Trump Jr., gehören. Sie sind vor sämtlichen Forderungen in Bezug auf Steuererklärungen geschützt, die bis dato eingereicht wurden - ebenso wie alle mit ihnen verwandten oder anderweitig verbundenen Personen, Unternehmen und Stiftungen. Unterzeichnet ist der weitreichende Vergleich vom amtierenden Justizminister Todd Blanche - ihn hatte Trump erst vor wenigen Wochen an die Spitze des Ministeriums gesetzt.
Trump kämpfte jahrelang gegen Veröffentlichung
Den ersten Teil des Vergleichs, für den im Gegenzug die Klage fallengelassen wurde, hatte das Ministerium bereits am Montag veröffentlicht. Demnach sollen rund 1,8 Milliarden US-Dollar (etwa 1,5 Mrd. Euro) in einen neuen Fonds fließen, mit dem angebliche Opfer von politisch oder ideologisch motiviertem Vorgehen des Staates entschädigt werden sollen.
Mehreren US-Medien zufolge könnte der Fonds etwa Trump-Anhängern zugutekommen, die beim Sturm auf das Kapitol 2021 dabei gewesen waren und dafür angeklagt wurden. Der Republikaner sprach in diesem Zusammenhang immer wieder von politisch motivierter Strafverfolgung. Kritik an der Errichtung des Fonds kam von einigen demokratischen Abgeordneten, welche den Fonds als "korrupt" und "inoffiziellen Geldfonds" für Trump und seine Anhänger beschrieben, schreibt die Nachrichtenagentur npr.
Trumps Steuern sind in den USA ein Dauerthema: Anders als frühere Präsidenten hatte er sich heftig gegen eine Veröffentlichung seiner Steuererklärung gewehrt - und war bis vor den Obersten Gerichtshof gezogen. Nach jahrelangen rechtlichen Auseinandersetzungen veröffentlichte ein Ausschuss des Repräsentantenhauses 2022 mehrere tausend Seiten an Steuerdokumenten. Die Unterlagen zeigten unter anderem, dass Trump in mehreren Jahren kaum oder gar keine Einkommensteuer auf Bundesebene zahlte, obwohl er sich stets mit seinem Reichtum brüstete.
- Redaktion beck-aktuell, sst
- dpa
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Behörde darf Trumps alte Steuererklärungen nicht mehr prüfen. beck-aktuell, 20.05.2026 (abgerufen am: 21.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/198361)



