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Schwierige Wahrheitssuche

Warum wurde Fabian getötet?

Vergessene Anrechte

17 Verhandlungstage, vermutlich mehr als 60 Zeuginnen und Zeugen, zudem Gutachten und unzählige Indizien - sechseinhalb Monate nach dem gewaltsamen Tod des 8-jährigen Fabian beginnt vor dem LG Rostock ein Mordprozess. Angeklagt ist eine 30 Jahre alte Frau.

Am ersten Prozesstag wurde die Anklage wegen des Verdachts des heimtückischen Mordes und aus sonst niedrigen Beweggründen verlesen. Das dauerte gerade einmal 16 Minuten, danach endete der erste Verhandlungstag. Die Tatverdächtige soll den Jungen laut Staatsanwaltschaft am 10. Oktober 2025 an einem Teich in Klein Upahl, rund 15 Kilometer von Güstrow entfernt, mit sechs Messerstichen ermordet haben. Sie ist die Ex-Freundin von Fabians Vater, mit dem sie bis August 2025 etwa vier Jahre lang zusammen war. Seit 7. November 2025 sitzt sie in U-Haft. Bisher schwieg sie zu den Vorwürfen. Ob und in welchem Umfang sie sich im Prozess noch äußert, ist unklar.

Die Mutter des Opfers ist als Nebenklägerin an dem Prozess vor der Schwurgerichtskammer beteiligt. Das öffentliche Interesse ist groß. Im Saal 2.002 sind allein 50 Sitzplätze für Medienvertreter reserviert. Zunächst sind bis zum 2. Juli 17 Verhandlungstage terminiert.

Vier Tage Hoffen und Bangen

Der Grundschüler aus Güstrow war am 10. Oktober 2025 verschwunden. Zahlreiche Einsatzkräfte suchten damals tagelang nach ihm. Spürhunde, Boote und ein Hubschrauber waren im Einsatz. Erst am 14. Oktober entdeckte eine Spaziergängerin, die mit ihrem Hund unterwegs war, Fabians Leiche in einem Waldstück nahe Klein Upahl südwestlich von Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern. Die Obduktion des Leichnams bestätigte, dass das Kind gewaltsam getötet wurde. Anschließend wurde der Leichnam mit Brandbeschleuniger angezündet.

Der Junge war am Tag seines Verschwindens wegen Unwohlseins zu Hause geblieben, während seine Mutter zur Arbeit ging. Als die Frau zurückkam, war ihr Sohn verschwunden. Auch zur sonst üblichen Zeit tauchte er nicht auf. Gegen 20.30 Uhr meldete die Mutter Fabian als vermisst. Der Junge gelte als zuverlässig und nicht als Ausreißer, hieß es.

Die Eltern des Kindes leben getrennt. Fabian wohnte bei der Mutter in Güstrow. Er hatte auch Kontakt zu seinem Vater, der in einem Dorf südlich davon wohnt. Zunächst nahmen die Ermittler an, dass das Kind an dem Tag möglicherweise auf dem Weg zu seinem Vater war. Später fanden sie heraus, dass Fabian bereits zur Zeit der Vermisstenmeldung tot war. Demnach starb das Kind am 10. Oktober zwischen 11.00 und 15.00 Uhr - gewaltsam durch mindestens sechs Messerstiche.

Wie kamen die Ermittelnden auf die Spur der Tatverdächtigen?

Die Ermittlerinnen und Ermittler gingen nach Angaben der Staatsanwaltschaft rund 1.000 Spuren nach. Nach dem Fund der Kinderleiche richtete die Kriminalpolizeiinspektion Rostock eine Mordkommission ein. Mehrfach untersuchten Ermittler und Ermittlerinnen den Fundort. Am 5. November war der Fall Thema in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst". Mehr als 30 Hinweise gingen danach bei den Ermittlern ein.

Am Folgetag durchsuchte die Polizei mit rund 120 Kräften mehrere Objekte in Reimershagen und im Ortsteil Rum Kogel in der Nähe von Güstrow im Landkreis Rostock. Sie stellten mögliche Beweismittel sicher. Unter dringendem Mordverdacht verhafteten die Einsatzkräfte die Frau. Der Anwalt der 30-Jährigen versuchte juristisch zu erreichen, dass sie aus der Untersuchungshaft entlassen wird. Er verwies darauf, dass es in der Ermittlungsakte keine "handfesten Beweise" gebe. Die Tatwaffe sei nicht gefunden worden. Erfolg hatte der Anwalt damit nicht.

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