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Unabhängigkeit der Justiz

Wie viel Macht hätte eine AfD-Regierung über Sachsen-Anhalts Richter?

Verschwommen im Hintergrund ist ein Richtertisch zu sehen. Im Vordergrund steht mit dem Rücken zur Kamera eine Frau, die in ein Stand-Mikrofon spricht.
"Keine Kuscheljustiz": Könnte eine AfD-Regierung Sachsen-Anhalts Gerichte steuern? © AnnaStills / Adobe Stock

Die AfD will harte Urteile - doch wie viel Einfluss hätte eine AfD-Regierung auf die Justiz in Sachsen-Anhalt wirklich? Ein Rechtswissenschaftler sieht kaum Spielraum für politische Eingriffe.

Der Rechtswissenschaftler Winfried Kluth hält die Einflussmöglichkeiten einer potenziellen AfD-Regierung auf die Justiz in Sachsen-Anhalt für gering. "Appelle kann man immer verkünden. Entscheidend ist, dass Richter an das Gesetz gebunden sind", sagte Kluth der dpa. "Ich sehe da wenig Möglichkeiten der Einflussnahme."

Die AfD will etwa Richter ermutigen, Täter bei Gewaltverbrechen mit maximaler Härte zu bestrafen und den Strafrahmen voll auszuschöpfen. "Hier darf es keine Kuscheljustiz geben", heißt es im Wahlprogramm.

Insgesamt sieht Kluth wenig Eingriffsmöglichkeiten in die Justiz. "Einen Richter, der rechtstreu ist, kann man nicht gegen seinen Willen versetzen", sagte Kluth, der Professor für Öffentliches Recht an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist und einst Richter am LVerfG Sachsen-Anhalt war.

Auf einzelne Entscheidungen von Richtern habe die Regierung keinen Einfluss, sagte auch der Landesvorsitzende des Richterbunds Sachsen-Anhalt, Christian Löffler. Doch in den nächsten Jahren gingen viele Richter und Staatsanwälte im Land in den Ruhestand. Hier könne das Justizministerium mit der Personalpolitik in den kommenden Jahren Weichen stellen, so Löffler.