Lange Haftstrafen für Manager im "Petrobras-Skandal"

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Lange Haftstrafen für Manager im "Petrobras-Skandal". beck-aktuell, 21.07.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/190456)
Im Korruptionsskandal um den brasilianischen Ölriesen Petrobras ist der frühere Spitzenmanager Paulo Roberto Costa zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Bundesgericht in Curitiba verurteilte zudem mehrere Manager des Baukonzerns Camargo Corrêa zu Haftstrafen von bis zu 15 Jahren, wie die Agencia Brasil mitteilte. Dabei ging es um den Vorwurf der Korruption im Zusammenhang mit dem Bau mehrerer Raffinerien. Petrobras ist das größte Unternehmen Brasiliens mit einem Jahresumsatz von rund 140 Milliarden US-Dollar (129 Milliarden Euro).
Schmiergelder bei Vergabe von Aufträgen
Bei der Vergabe von Aufträgen soll systematisch Schmiergeld geflossen sein, das teilweise auch an Politiker und Parteien ging. Laut früheren Aussagen von Ex-Direktor Costa sollen bei überhöhten Vertragsabschlüssen des Konzerns mit anderen Firmen 2% der Vertragssumme an die Arbeiterpartei von Präsidentin Dilma Rousseff geflossen sein. Vergangene Woche hatte der Präsident des Abgeordnetenhauses, Eduardo Cunha, offiziell seinen Bruch mit Rousseff erklärt – nachdem Anschuldigungen gegen ihn erhoben worden waren, vom Baukonzern Camargo Corrêa fünf Millionen US-Dollar für die Beschaffung von Petrobras-Aufträgen gefordert zu haben. Cunha gehört der Partido del Movimiento Democrático Brasileño (PMDB) an, dem wichtigsten Koalitionspartner von Staatspräsidentin Rousseff.
Korruptionsskandal zieht immer weitere Kreise
Auf Drängen der Bundespolizei sollen nun auch der Chef des größten Baukonzerns Odebrecht, Marcelo Bahia Odebrecht, und sieben weitere Spitzenmanager angeklagt werden. Odebrecht hat 181.000 Mitarbeiter und ist in 23 Ländern tätig. Seit Monaten wird im Rahmen der Operation Lava Jato ein Korruptionsnetz offengelegt, auch viele Politiker des fünftgrößten Landes sollen bestochen worden sein. Noch ist nicht absehbar, ob durch die Affäre auch Rousseff selbst noch stärker unter Druck geraten könnte. Der Journalist und Analyst Josias de Souza bilanzierte in seinem Blog, das Urteil des Richters Sérgio Moro sei ein "historischer Markstein“ – bisher seien solche Unternehmensgrößen in Brasilien nicht derartig belangt worden. In diesem sehr angespannten Umfeld sollen am 19.08.2015 und 20.08.2015 die ersten deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen in Brasilia stattfinden – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und mehrere Bundesminister werden dazu in der Hauptstadt des Landes erwartet.
- Redaktion beck-aktuell
- dpa
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Lange Haftstrafen für Manager im "Petrobras-Skandal". beck-aktuell, 21.07.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/190456)



