Aktenfunde zu früherem Generalstaatsanwalt Fritz Bauer geben Rätsel auf

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Aktenfunde zu früherem Generalstaatsanwalt Fritz Bauer geben Rätsel auf. beck-aktuell, 26.10.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/185891)
Aktenfunde zum früheren hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (1903 bis 1968) werfen Fragen zu seiner Rolle in Verfahren gegen NS-belastete Juristen auf. Demnach stellte Bauer damals rund 100 Ermittlungsverfahren gegen Richter und Staatsanwälte ein, die in der Nazizeit Todesurteile verantwortet hatten. Bauer hatte große Bekanntheit erlangt, weil er maßgeblich am Zustandekommen der Auschwitz-Prozesse in den 1960er Jahre in Frankfurt am Main beteiligt gewesen war.
Widerspruch zu Bauers Kampf für Aufarbeitung von NS-Verbrechen
Der selbst von den Nazis verfolgte Fritz Bauer hatte sich mit großer Energie dafür eingesetzt, NS-Verbrechen vor Gericht zu bringen. Es sei ein Rätsel und verblüffend, warum Bauer wie andere Generalstaatsanwälte damals diese Verfahren gegen viele Juristen eingestellt habe, sagte der frühere Vorsitzende Richter am Frankfurter Oberlandesgericht, Georg D. Falk, am 25.10.2015 der Deutschen Presse-Agentur. Er wolle nun eine Diskussion darüber anstoßen. Die Aktenfunde änderten aber nichts dran, dass Bauer ein Vorbild und eine wichtige historische Figur sei, betonte Falk, der ein Forschungsprojekt über die Geschichte des OLG Frankfurt leitet. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" hatte zuerst über die neu aufgetauchten Akten berichtet.
- Redaktion beck-aktuell
- dpa
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Aktenfunde zu früherem Generalstaatsanwalt Fritz Bauer geben Rätsel auf. beck-aktuell, 26.10.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/185891)



