Nebenklage fordert lange Haftstrafe für Ex-RAF-Terroristin

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Nebenklage fordert lange Haftstrafe für Ex-RAF-Terroristin. beck-aktuell, 29.04.2026 (abgerufen am: 30.04.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/197231)
Es gehe nicht um Rache, sondern um Gerechtigkeit, heißt es von Nebenklägerseite. Durch mutmaßlich mehrere Raubüberfälle soll Klette fast zwei Millionen Euro erbeutet haben. Die Staatsanwaltschaft fordert 15 Jahre Gefängnis.
Im Prozess gegen die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette wegen einer Serie schwerer Raubüberfälle hat die Staatsanwaltschaft eine Gesamthaftstrafe von 15 Jahren Gefängnis gefordert. Klette sei eine Schwerverbrecherin, sagte die Staatsanwältin vor dem LG Verden. Die 67‑Jährige solle unter anderem wegen versuchten Mordes, schweren Raubes und Verstößen gegen das Waffengesetz verurteilt werden. Strafschärfend seien insbesondere die umfangreichen Planungen der Taten, die hohe Beute sowie die erheblichen psychischen Schäden bei den Opfern zu berücksichtigen.
Vertreter der Nebenklage schlossen sich der Forderung nach einer langen Haftstrafe an. Zwei Opfer‑Anwälte schilderten vor Gericht, wie ihre Mandanten bis heute unter den Folgen der Überfälle leiden. Sie berichteten von Schlafstörungen, Angst und Arbeitsunfähigkeit. Die Betroffenen seien gebrochene Menschen.
"Es geht nicht um Rache, sondern um Gerechtigkeit"
Aus Sicht der Nebenklage gibt es keine Zweifel an der Schuld Klettes. Laut Anklage soll sie gemeinsam mit ihren mutmaßlichen Komplizen Burkhard Garweg und Ernst‑Volker Staub maskiert und teils schwer bewaffnet Geldtransporter und Supermärkte in Niedersachsen, Schleswig‑Holstein und Nordrhein‑Westfalen überfallen haben. Das Trio soll zwischen 1999 und 2016 mehr als zwei Millionen Euro erbeutet haben, um sein Leben im Untergrund zu finanzieren. Klette wurde nach Jahrzehnten im Untergrund im Februar 2024 in ihrer Berliner Wohnung festgenommen, Garweg und Staub werden weiterhin gesucht.
Der Anwalt eines Opfers eines versuchten Überfalls auf einen Geldtransporter in Wolfsburg am 28. Dezember 2015 forderte für diese Tat eine Haftstrafe von elf Jahren. "Ich gehe davon aus, dass alle eine sehr gleichberechtigte Rolle gespielt haben", sagte er mit Blick auf das Trio.
Der Anwalt einer Geschädigten eines Überfalls im Tresorraum eines Supermarkts am 27. Dezember 2006 in Bochum nannte kein konkretes Strafmaß, sondern verwies auf die Ausführungen der Staatsanwaltschaft. "Es geht hier nicht um Rache, sondern um Gerechtigkeit", sagte er. Das Unrecht dürfe nicht verblassen, Gewalt dürfe niemals als legitimes Mittel angesehen werden.
Im Mai sollen weitere Plädoyers folgen – sowohl von Nebenklage als auch von Verteidigung.
- Redaktion beck-aktuell, js
- dpa
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Nebenklage fordert lange Haftstrafe für Ex-RAF-Terroristin. beck-aktuell, 29.04.2026 (abgerufen am: 30.04.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/197231)



