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AG Meschede

Hotelbetreiberin nach eigenmächtiger Erhöhung der Kurtaxe verurteilt

Schutz des Anwaltsberufs

Es waren 75 Cent pro Gast und Tag, die eine Hotelbetreiberin im Sauerland eigenmächtig auf die Kurtaxe aufschlug. Doch nach drei Jahren hatte die 34-Jährige fast 9.000 Euro in die eigene Tasche gelenkt. Am 07.04.2016 präsentierte ihr das Schöffengericht in Meschede dafür die Rechnung: eine Geldstrafe von rund 1.000 Euro wegen Betrugs und vor allem Gerichtskosten in fünfstelliger Höhe. Allein das Gutachten, für das die Staatsanwaltschaft mehr als 8.000 Hotelrechnungen auswerten ließ, kostete 10.000 Euro.

Beschwerden über hohe Kurtaxe im Internet

Aufgefallen waren die Unregelmäßigkeiten, weil Hotelgäste in Bewertungsportalen im Internet den hohen Kurbeitrag kritisiert hatten. Darauf schaltete die Stadt Schmallenberg die Staatsanwaltschaft ein. Für die Ermittler kein Einzelfall. Nach Auskunft der Behörde gibt es mehr als ein Dutzend ähnlicher Betrugsversuche, insbesondere an Hotelgästen aus den Niederlanden. Die meisten erwischten Hoteliers hätten einer Einstellung der Verfahren gegen eine Geldstrafe zugestimmt.