Justizminister nach abfälligen Äußerungen zurückgetreten

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Justizminister nach abfälligen Äußerungen zurückgetreten. beck-aktuell, 12.05.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/193696)
Der ägyptische Justizminister Mahfus Saber ist nach abfälligen Äußerungen über die Eignung von Menschen aus ärmeren Familien für den Richterberuf zurückgetreten. «Ein Richter hat eine besondere Ehre und Stellung, er muss aus einem angesehenen Milieu stammen, sowohl materiell als auch moralisch», hatte der Politiker am 10.05.2015 in einem Fernseh-Interview erklärt.
Saber: Sohn eines Müllmanns kann in Ägypten nicht Richter sein
So könne beispielsweise der Sohn eines Müllmanns in Ägypten nicht Richter werden, auch wenn er studiert habe und fachlich qualifiziert sei. Die Äußerungen hatten in ägyptischen Internetforen Stürme der Entrüstung ausgelöst. Im Kurznachrichtendienst Twitter wurde das Hashtag «Sack the Justice Minister» (Feuert den Justizminister) zum Trendsetter. Schließlich trat Saber zurück. «Ich beuge mich der öffentlichen Meinung», sagte er der regierungsnahen Tageszeitung «Al-Ahram» am 12.05.2015.
Abfällige Worte in Ägypten gängige Praxis
Kommentatoren in ägyptischen Medien verwiesen allerdings darauf, dass Sabers Worte - wenn auch in abfälliger Weise - eine völlig gängige Praxis beschrieben. Bei der Aufnahme in den Justizdienst ist die soziale Herkunft tatsächlich ein Kriterium. 2013 wurde die Ernennung von 138 neuen Staatsanwälten rückgängig gemacht, weil kein Elternteil der Betroffenen einen Universitätsabschluss aufgewiesen habe, schrieb «Al-Ahram».
- Redaktion beck-aktuell
- dpa
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Justizminister nach abfälligen Äußerungen zurückgetreten. beck-aktuell, 12.05.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/193696)



