Direkt zum Inhalt
Direkt zum Inhalt

Zustellung

Mehr Artikel zu diesem Tag

Zustellung braucht nicht immer den Gerichtsvollzieher
Gewaltschutzbeschlüsse

Zustellung braucht nicht immer den Gerichtsvollzieher

Einstweilige Gewaltschutzanordnungen müssen gemäß § 214 Abs. 2 S. 2 FamFG eigentlich per Gerichtsvollzieher zugestellt werden. Das OLG Karlsruhe schränkt ein: Nicht immer ist ein Gerichtsvollzieher erforderlich, sondern nur dann, wenn dies am besten für den Opferschutz ist.

Wenn schon flüchtig, dann bitte erreichbar
Klage nach Steuerhinterziehung

Wenn schon flüchtig, dann bitte erreichbar

Weil er Corona-Maskendeals am Fiskus vorbeigeführt hatte, wurde nach einem Steuerschuldner gefahndet, der das Finanzamt nun ohne Angabe seiner richtigen Wohnanschrift verklagte. Wer eine Verhaftung befürchte, könne das durchaus so machen, so das FG Hamburg. Aber nur wenn er trotzdem erreichbar bleibe.

Kein Millionen-Bußgeld für Telegram

Kein Millionen-Bußgeld für Telegram

Das Bundesjustizamt wollte die Betreiber des Messengerdienstes abstrafen, weil diese nicht genug gegen Hasskriminalität unternähmen. Doch die Behörde schrieb an den falschen Adressaten.

Vollstreckungsbescheid auf der Hausflurtruhe
Briefkasten mal anders

Vollstreckungsbescheid auf der Hausflurtruhe

Jahrzehntelang legt der Postbote die Briefe einfach auf eine Truhe im Hausflur eines Bauernhauses. Ein Vollstreckungsbescheid über mehr als 120.000 Euro landet ebenfalls dort – und gilt als zugestellt. Das LG Lübeck wertet diese gelebte Praxis als wirksame Ersatzzustellung.

Anwalt legt beA-Nachrichtenjournal nicht vor - und kommt damit durch

Anwalt legt beA-Nachrichtenjournal nicht vor - und kommt damit durch

Sein Einspruch kam sechs Wochen nach dem Versäumnisurteil. Das Gericht hatte schon zweimal ans eEB erinnert und einen Berufsrechtsverstoß räumte der Anwalt auch noch ein. Das beA-Nachrichtenjournal könne er nicht finden. Doch vorm OLG Karlsruhe bekommt auch der  "unzuverlässige Empfänger" Recht. 

Privater Postdienstleister hebelt Drei-Tages-Frist aus
Strukturelles Zustellungsdefizit

Privater Postdienstleister hebelt Drei-Tages-Frist aus

Eigentlich vermutet das Gesetz eine Zustellung von Bescheiden innerhalb von drei Tagen nach Aufgabe zur Post – dabei hat es aber nicht mit der Praxis eines privaten Postdienstes gerechnet. Ein Steuerverfahren war somit doch nicht verfristet und darf nun verhandelt werden. 

Einwurf-Einschreiben bringt keinen Anscheinsbeweis
Zu fehleranfällig durch Digitalisierung

Einwurf-Einschreiben bringt keinen Anscheinsbeweis

Wo früher noch mit Aufklebern und manuellen Belegen hantiert wurde, kommt bei der Deutschen Post nun der Scanner zum Einsatz. Das digitalisierte Einwurfeinschreiben mag die Zustellung erleichtern – doch einen Anscheinsbeweis für die Zustellung erbringt es nicht mehr, meint das LAG Hamburg. 

Kein Anspruch auf Zustellung am nächsten Tag
Geändertes Postrecht

Kein Anspruch auf Zustellung am nächsten Tag

Einen fristgebundenen Brief samstags noch schnell zur Post geben und hoffen, dass er am Montag bereits beim Gericht liegt? Das OLG Frankfurt a.M. erteilt einem solchen Vertrauen eine klare Absage – und verweist auf die geänderte Rechtslage.

Urteilsberichtigung darf keine neuen Parteien schaffen
Upps

Urteilsberichtigung darf keine neuen Parteien schaffen

Ein AG erließ irrtümlich einen Unterhaltsbeschluss gegen den Vater eines Kindes, obwohl die Mutter herangezogen werden sollte. Statt den Fehler prozessual sauber zu korrigieren, "berichtigte" die Rechtspflegerin den Beschluss – und machte die Mutter zur Schuldnerin. Das geht so aber laut OLG Frankfurt a. M. nicht.

Gericht muss Faxeingang näher prüfen
Laut Sendebericht ist die "ÜBERTR OK"

Gericht muss Faxeingang näher prüfen

Ist ein Fax beim Gericht angekommen – oder nicht? In einem Streit über die fristgerechte Klageerhebung setzte sich der BFH mit den Tücken alter Technik und der Sorgfaltspflicht des Finanzgerichts auseinander. Das Ergebnis: Die Vorinstanz habe zu oberflächig ermittelt.