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Verfahrensgrundsätze

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Amtsrichterin darf Unterschrift vergessen
Eröffnungsbeschluss wirksam

Amtsrichterin darf Unterschrift vergessen

Ein Eröffnungsbeschluss, der von einer Amtsrichterin nicht unterschrieben wurde, ist trotzdem wirksam - zumindest solange sicher festgestellt werden kann, dass sie das Verfahren tatsächlich eröffnen wollte.

BGH rügt überraschende Unzulässigkeit
Berufung per beA, aber ohne qeS

BGH rügt überraschende Unzulässigkeit

Das OLG Celle monierte die fehlende qualifizierte elektronische Signatur (qeS) und verwarf die Berufung dann wegen Zweifeln am beA-Versand durch den Anwalt. Der BGH sah darin eine unzulässige Überraschungsentscheidung.

Gericht verhandelt trotz AU einer Anwältin
Verlegungsantrag abgelehnt

Gericht verhandelt trotz AU einer Anwältin

Legt eine Anwältin rechtzeitig eine Krankmeldung vor, darf ein Gericht nicht einfach darüber hinweggehen. Wegen der Verletzung rechtlichen Gehörs gab das OVG Greifswald einem Asylbewerber eine neue Chance.

Arbeitsunfähig heißt auch verhandlungsunfähig
Bei Anwälten naheliegend

Arbeitsunfähig heißt auch verhandlungsunfähig

Ist ein arbeitsunfähiger Anwalt auch verhandlungsunfähig? Das sei zwar nicht automatisch der Fall, aber naheliegend, so das OVG Münster. Denn schließlich gehöre die "Verhandlungsführung" zur anwaltlichen Arbeit. Das OVG monierte eine Gehörsverletzung durch Ablehnung eines rechtzeitigen Antrags auf Terminverlegung.

Mitarbeitertunnel bleibt Einbahnstraße für AfD-Fraktion
Landtag Baden-Württemberg

Mitarbeitertunnel bleibt Einbahnstraße für AfD-Fraktion

Nach einem Sicherheitsvorfall um den AfD-Landtagsabgeordneten Udo Stein beschränkte das Parlament den Zugang zum unterirdischen Verbindungstunnel. Das hat Bestand, wie der VerfGH Baden-Württemberg nun entschied.

Geschäftsverteilung gehört nicht in Hände des Senats
Wer zuerst kommt, entscheidet

Geschäftsverteilung gehört nicht in Hände des Senats

Gerichte dürfen Zuständigkeiten der Spruchkörper nicht durch "offene" Präsidiumsbeschlüsse regeln, deren Ergebnis die Senate beeinflussen können. Der BGH stellt klar: Die Zuständigkeiten müssen im Vorfeld generell feststehen – ansonsten droht ein Verstoß gegen das Recht auf den gesetzlichen Richter.

Personalmangel ist kein Argument
Nachts eingesperrt im Maßregelvollzug

Personalmangel ist kein Argument

Ein auf sechs Monate befristeter Nachteinschluss im Maßregelvollzug in einer forensischen Klinik in NRW war rechtswidrig - das hat das OLG Hamm jetzt klargestellt. Zugleich zog das Gericht Grenzen: Tiefgreifende Freiheitsbeschränkungen ließen sich jedenfalls nicht pauschal mit Personalengpässen rechtfertigen.

Verfahrenshandlungen der EU-Staatsanwaltschaft müssen überprüfbar sein

Verfahrenshandlungen der EU-Staatsanwaltschaft müssen überprüfbar sein

Eine Zeugenladung durch die Europäische Staatsanwaltschaft überprüfen lassen? Das muss möglich sein, sagt der EuGH. Jedoch nur, wenn solche vorbereitenden Handlungen eine rechtliche Bedeutung haben. Wann dies der Fall ist, hat das Gericht auch präzisiert.

Gericht verwehrt Anwalt Terminsverlegung
Brechdurchfall des Sohns

Gericht verwehrt Anwalt Terminsverlegung

Ein Anwalt beantragte eine Terminsverlegung "in letzter Minute": Sein Sohn habe einen Magen-Darm-Infekt, nur er könne ihn betreuen. Der BFH lehnte ab: Ihm fehlte der Nachweis, dass noch nicht einmal eine Videoverhandlung möglich gewesen wäre.