Marlboro darf weiter mit Maybe-Kampagne werben

Zitiervorschlag
Marlboro darf weiter mit Maybe-Kampagne werben. beck-aktuell, 02.10.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/187081)
Der Tabakkonzern Philipp Morris darf weiter mit der sogenannten Maybe-Kampagne für seine Zigarettenmarke Marlboro werben. Das Verwaltungsgericht München hob den Verbotsbescheid des Landratsamtes München am 01.10.2015 auf. Die Werbung spreche Jugendliche zwar an, jedoch nicht so sehr, dass die Kampagne weiterhin verboten werden könne (Az.: M 18 K 13.4844).
Landratsamt sah Gefahr für Jugendliche
Philipp Morris hatte Marlboro seit Ende 2011 mit der Maybe-Kampagne auf Plakaten, Flyern, Videos und im Kino beworben. Texte wie "Don't be a Maybe" (frei übersetzt: "Sei nicht unentschieden") oder einfach "Maybe" mit durchgestrichenem "May" – was im Englischen die Aufforderung "Sei" stehenlässt – waren illustriert mit Rauchern. Das Landratsamt verbot mit Bescheid vom Oktober 2013 diese Werbung, weil sie besonders geeignet sei, Jugendliche oder Heranwachsende zum Rauchen zu veranlassen. Junge Menschen seien unsicher und müssten sich noch finden, und dann komme "so ein Spruch", begründete ein Behördenvertreter in der mündlichen Verhandlung das Verbot. Das reiche auch ohne schmückende Fotos aus, um "den Jugendlichen da abzuholen, wo er abgeholt werden will".
VG München sieht keine besondere Ansprache Jugendlicher
Die schriftliche Begründung stand zunächst noch aus. In der mündlichen Verhandlung hatte der Vorsitzende Richter am 30.09.2015 aber bereits gesagt, die Kammer könne allein in der Wortkombination aus "Be" (deutsch: "Sei") und "Maybe" ("vielleicht") keine "besondere Ansprache der Jugend erkennen" – und nur dann hätte die Kampagne dauerhaft verboten werden können. In der mündlichen Verhandlung hatte der Richter allerdings auch angedeutet, dass vielleicht nur das Wortspiel genehmigt werden könnte, nicht aber die illustrierenden Bilder. Dann aber ließ das Gericht die Kampagne in ihrer bisherigen Form zu. Ein Freibrief ist die Entscheidung aber nicht. Der Richter warnte nämlich, dass jedes neue Motiv mit der Wortkombination einer Einzelbetrachtung unterliege.
- Redaktion beck-aktuell
- dpa
- VG München
- Keine Angabe vom 01.10.2015
- M 18 K 13.4844
Zitiervorschlag
Marlboro darf weiter mit Maybe-Kampagne werben. beck-aktuell, 02.10.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/187081)



