Wer wenig spielt, hat Pech gehabt?

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Wer wenig spielt, hat Pech gehabt?. beck-aktuell, 17.06.2026 (abgerufen am: 18.06.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/200096)
Der Fußballer Marcel Sobottka fordert von seinem ehemaligen Verein Fortuna Düsseldorf eine vertraglich vereinbarte Bonuszahlung für gemeinsamen Erfolg – auch ohne eigene Einsätze. Das LAG kommt nun nicht um eine AGB-Kontrolle seines Spielervertrags herum.
Der Profifußballer Marcel Sobottka streitet mit seinem früheren Club Fortuna Düsseldorf über die Auslegung einer Punkteprämien-Klausel in seinem ausgelaufenen Vertrag. Das LAG Düsseldorf verhandelt nun am 23. Juni darüber, ob er Anspruch auf eine Nachzahlung in Höhe von 21.900 Euro hat (, 11 SLa 106/26; , Urteil vom 28.01.2026 – 13 Ca 6062/25).
Ausgangspunkt ist eine Regelung im Vertrag des früheren Vizekapitäns der Mannschaft, die ihm neben einem festen Grundgehalt zusätzliche Vergütungen für sportlichen Erfolg versprach. Dabei erhielt er eine Punkteprämie für einzelne Spiele – allerdings nur dann, wenn er tatsächlich eingesetzt worden war.
Ist der Fußball noch Teamsport?
Darüber hinaus beinhaltete der Vertrag eine weitere Bestimmung für erfolgreiche Saisons: Erreichte der Verein am Saisonende einen Platz unter den ersten sechs, sollte Sobottka eine zusätzliche Zahlung in Höhe von 1.000 Euro pro erzieltem Punkt erhalten. Anders als bei der Einsatzprämie war in dieser Klausel eine aktive Beteiligung am Spielgeschehen jedoch nicht ausdrücklich erwähnt.
Gerade diese unterschiedliche Ausgestaltung führte nun zum Streit. Sobottka versteht die zusätzliche Zahlung als vom Mannschaftserfolg abhängige Gesamtprämie, die unabhängig von seinen individuellen Einsätzen geschuldet gewesen sei. Entscheidend sei allein die Punktzahl am Ende der Saison.
Der Verein sieht das gleichwohl anders: Die Nachzahlung sei lediglich eine Erweiterung der bereits bestehenden Einsatzprämie und setze deshalb ebenfalls voraus, dass der Spieler in den jeweiligen Spielen auf dem Platz gestanden habe.
AGB-Kontrolle auf Profiniveau
In der Saison 2024/2025 erreichte die Fortuna mit 53 Punkten den sechsten Tabellenplatz. Sobottka erhielt jedoch nur rund 31.100 Euro Prämie, da der Verein nur die Punkte aus Spielen berücksichtigte, an denen er beteiligt gewesen war. Nach Auffassung Sobottkas müsste die zusätzliche Prämie dagegen für alle 53 Punkte gezahlt werden. Daraus ergibt sich der eingeklagte Differenzbetrag.
Das ArbG Düsseldorf folgte in erster Instanz der Argumentation des Vereins und wies die Klage ab. Es sah die Bonusregelungen als miteinander verknüpft an und stellte damit auf die individuelle Einsatzleistung ab.
Mit seiner Berufung verfolgt Sobottka seinen Anspruch nun weiter. Das LAG Düsseldorf wird klären müssen, ob die vertragliche Regelung eine eigenständige, allein am Teamerfolg orientierte Prämie vorsah oder ob sie – trotz fehlender ausdrücklicher Regelung – an persönliche Einsätze gebunden war.
- Redaktion beck-aktuell, js
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