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Tempo 100 in Esslingen

Bewährungsstrafe für Unfall mit 3 Toten

Rote Kerzen stehen und ein Blumenstrauß liegt auf dem Gehweg.
Drei Opfer forderte die Verwechslung von Gas- und Bremspedal. © madrolly / Adobe Stock

Mit fast Tempo 100 erfasst ein Autofahrer in Esslingen mit seinem Wagen eine Mutter und ihre beiden Söhne auf dem Gehweg, alle drei sterben noch am Unfallort. Das AG Esslingen hat den Fahrer des Unfallwagens nun zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.

Das Gericht sprach den 55-Jährigen der fahrlässigen Tötung gemäß § 222 StGB in drei Fällen schuldig. Auch seinen Führerschein muss der Mann für mindestens drei Jahre abgeben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann in ihrer Anklage vorgeworfen, Ende Oktober 2024 beim Heranfahren an eine rote Ampel in Esslingen das Gaspedal mit dem Bremspedal verwechselt und dann sein Fahrzeug mit fast 100 Kilometern pro Stunde auf den Gehweg gelenkt zu haben. Dort erfasste das Fahrzeug eine 39 Jahre alte Frau und ihre beiden drei und sechs Jahre alten Söhne. Alle drei starben noch am Unfallort. Der Fahrer eines anderen Autos wurde leicht verletzt.

Angehörige hatten höhere Strafe gefordert

Der Unfallfahrer hatte sich bei den Angehörigen der Opfer am ersten Verhandlungstag entschuldigt. Was geschehen sei, habe auf unvorstellbare Art Leben zerstört und Familien in tiefste Trauer gestürzt, ließ der 55-Jährige über seinen Verteidiger ausrichten. Das Geschehen und dessen furchtbare Folgen täten ihm von Herzen leid. "Mir ist bewusst, dass nichts, was ich sage, den Verlust lindern kann." Ansonsten habe sich der Angeklagte weder zur Sache noch zur Person geäußert, sagte ein Gerichtssprecher.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung gefordert. Der Verteidiger des Mannes hatte einen Freispruch verlangt. Die Angehörigen der Opfer, die in dem Verfahren als Nebenkläger auftraten, hatten über ihre Anwälte eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren ohne Bewährung gefordert. Zudem wollten die Angehörigen erreichen, dass der Mann seinen Führerschein lange oder sogar lebenslang abgeben muss.

Der Fall hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt und in der Stadt nahe Stuttgart große Anteilnahme ausgelöst. Eine Woche nach dem Unfall hatten Hunderte Trauernde an einem Trauermarsch teilgenommen. Sie zogen von einer Kirche zum Unfallort und legten dort Kerzen, Blumen und Teddybären für die Opfer ab.