Transitzonen-Pläne der Union für SPD "undurchführbar“

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Transitzonen-Pläne der Union für SPD "undurchführbar“. beck-aktuell, 13.10.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/186656)
Die Transitzonen-Pläne der Union reißen mitten in der Flüchtlingskrise tiefe Gräben in der schwarz-roten Koalition auf. Nach einem zeitweiligen SPD-Wackelkurs in diesem Punkt lehnten am 12.10.2015 führende Sozialdemokraten vehement das Vorhaben ab, viele Asylbegehren direkt an den deutschen Grenzen zu prüfen. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte, wer Transitverfahren von Flughäfen auf Landesgrenzen übertragen wolle, schaffe "Massenlager im Niemandsland“.
Maas: Transitzonen ein fatales Signal
Maas sagte der "Süddeutschen Zeitung“, eine schnellere Registrierung der Asylbewerber sei sicher notwendig. Aber: "Zehntausende Flüchtlinge an der Grenze in Haft zu nehmen, schafft mehr Probleme als es löst.“ Der Vorschlag sei praktisch "undurchführbar". Es wäre ein fatales Signal, Menschen als erstes in Haft zu nehmen, "weil sie in ihrer Heimat vor Krieg und Verfolgung geflohen sind“, fügte der Justizminister hinzu. Nach Schätzungen aus Regierungskreisen würden fast 100.000 Flüchtlinge monatlich unter ein Transitzonen-Verfahren an der Grenze fallen, schreibt die Zeitung. Ein Treffen von Kanzlerin Merkel und den Innenministern von Bund und Ländern am 11.10.2015 hatte in diesem Punkt kein Ergebnis gebracht.
Fahimi: Unionsvorschlag kritisch prüfen
Zuvor hatte die SPD-Spitze trotz Bedenken grundsätzlich offen gelassen, ob sie den Unionsvorstoß mittragen will oder nicht. Man solle nicht sofort jeden Vorschlag kritisch aus der Hand schlagen, sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi. Der Plan von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) müsse aber noch mit Substanz gefüllt werden. Auch der Vorsitzende der Länder-Innenministerkonferenz, Roger Lewentz (SPD), sah noch offene Fragen. "Ich bin skeptisch, ob Transitzonen überhaupt praktisch umsetzbar sind“, teilte er der Presse mit.
Seehofer hofft auf rasche Verständigung mit SPD
Derweil sehen Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in solchen Arealen eine Möglichkeit, auf steigende Asylbewerberzahlen zu reagieren. Seehofer sagte, die Unionsparteien seien sich einig in der Forderung nach Transitzonen. Der CSU-Chef setzt nun auf eine rasche Verständigung mit der SPD. Auf die Frage, wie dies gelingen solle, sagte Seehofer nach einer CSU-Vorstandssitzung: "Irgendwann werden die drei Parteivorsitzenden miteinander reden.“ Er stehe jederzeit zur Verfügung, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch. Zugleich stellte er seine wochenlangen Attacken auf Merkel vorläufig ein. Altmaier sagte im ZDF mit Blick auf die diskutierten Transitzonen: "Ich glaube, dass wir angesichts der Situation, die wir haben, keine Möglichkeit von vorneherein ausschließen sollten.“
CDU: Transitzonen ein weiteres vernünftiges Element zur Entspannung der Lage
Die CDU warb um Zustimmung des Koalitionspartners. Nach den Worten von Regierungssprecher Steffen Seibert sollen Gespräche in der Koalition schnellstmöglich stattfinden. Transitzonen seien "nicht das eine Mittel, das alle Probleme löst“, aber möglicherweise "ein Beitrag dazu, Ordnung in die Flüchtlingssituation zu bringen“. Und für CDU-Generalsekretär Peter Tauber könnten mögliche Transitzonen ein weiteres vernünftiges Element zur Entspannung der Lage sein. "Jede Entlastung, die wir jetzt schaffen können, um Ressourcen freizumachen, hilft uns weiter.“
Transitzonen bereits an großen Flughäfen
Transitzonen gibt es an großen Flughäfen. Dort werden Asylbewerber festgehalten, die aus einem als sicher eingestuften Herkunftsland kommen oder keine beziehungsweise gefälschte Ausweispapiere haben. Ihr Asylgesuch wird innerhalb weniger Tage bearbeitet. "Es geht mir um schnelle Verfahren für Asylbewerber, deren Antrag offensichtlich unbegründet ist“, sagte de Maizière der "Rheinischen Post“. "Dieses Verfahren sieht eine EU-Richtlinie ausdrücklich vor. Sie muss von Deutschland aber noch umgesetzt werden.“
- Redaktion beck-aktuell
- dpa
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Transitzonen-Pläne der Union für SPD "undurchführbar“. beck-aktuell, 13.10.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/186656)



