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Portugals Parlament billigt Adoptionsrecht für homosexuelle Paare

Rechtspartnerschaften in Zeiten des Krieges

Großer Erfolg für Schwule und Lesben im erzkatholischen Portugal: Nach jahrelangem Ringen hat das Parlament in Lissabon am 20.11.2015 in erster Lesung die Einführung eines allgemeinen Adoptionsrechts für gleichgeschlechtliche Paare gebilligt. Vier verschiedene, jeweils von linken Parteien eingebrachte Gesetzentwürfe wurden alle mit klaren Mehrheiten angenommen. Auf den Zuschauerrängen des Parlaments feierten viele Mitglieder von Homosexuellen-Verbänden die Ergebnisse der Abstimmungen lautstark.

Auch PSD-Abgeordnete stimmten für Reform

Für die Reform votierten unter anderem Abgeordnete der liberal-konservativen Sozialdemokratischen Partei (PSD) des scheidenden Ministerpräsidenten Pedro Passos Coelho. Die PSD und der kleinere Koalitionspartner CDS, die bei der Wahl vom 04.10.2015 die absolute Mehrheit verloren hatten, hatten in der Vergangenheit auch der Einführung eines eingeschränkten Adoptionsrechts für homosexuelle Paare mehrfach einen Riegel vorgeschoben.

Homosexualität in Portugal noch bis 1982 strafbar

Im streng katholischen und für europäische Verhältnisse immer noch sehr konservativen Portugal war Homosexualität bis 1982 strafbar. Trotz heftiger Proteste der Kirche wurde 2010 die Einführung der Homo-Ehe gebilligt. Damals hatten die Linken jedoch – wie inzwischen wieder – die Mehrheit im Parlament.