Direkt zum Inhalt
Direkt zum Inhalt
Kigali-Klimaabkommen

Fast 200 Staaten beschließen drastische Reduzierung klimaschädlicher Fluorkohlenwasserstoffe

„Das unsichtbare Recht“

Die 197 Vertragsstaaten des Montrealer Protokolls über ozonschichtschädliche Stoffe haben sich am 15.10.2016 in der ruandischen Hauptstadt Kigali auf eine schrittweise drastische Reduzierung der klimaschädlichen Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW) geeinigt. Dies teilte das Bundesumweltministerium mit. Es wird angenommen, dass die drohende Erderwärmung dadurch bis zum Ende des Jahrhunderts um bis zu ein halbes Grad Celsius verringert werden könnte. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) spricht von einem Meilenstein für den Klimaschutz.

Erweiterung des Montrealer Protokolls

HFKW werden in Kühlschränken und Klimaanlagen verwendet und ersetzen bislang das die Ozonschicht schädigende FCKW, auf dessen Verbot sich die Staatengemeinschaft 1987 mit dem Montrealer Protokoll geeinigt hatte. Mit den jetzt in Kigali beschlossenen Regeln wird das Montrealer Protokoll erweitert.

Industrieländer müssen HFKWs bis 2036 um 85% reduzieren

Die Vereinbarung sieht zeitlich gestufte Verpflichtungen für die Industrie- und die Entwicklungsländer zur Reduktion von Produktion und Verbrauch von 17 teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW) vor: Für Industrieländer ist eine Reduktion um 85% bis 2036 vorgesehen, beginnend mit einem ersten Reduktionsschritt bereits 2019. Für die Entwicklungs- und Schwellenländer gelten differenzierte Reduktionspläne mit Reduktionszielen von 80 beziehungsweise 85% im Zeitraum von 2024 bis 2047. Laut Ministerium wird mit der beschlossenen drastischen HFKW-Reduktion bis zum Jahre 2050 gegenüber einem ungeregelten Wachstum eine Treibhausgasmenge eingespart, die circa 65 Milliarden Tonnen CO2 entspricht.