Europaweit fast 160 Milliarden Euro Mehrwertsteuer-Verluste

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Europaweit fast 160 Milliarden Euro Mehrwertsteuer-Verluste. beck-aktuell, 06.09.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/170771)
Im Jahr 2014 gingen in der Europäischen Union 159 Milliarden Euro an Mehrwertsteuereinnahmen verloren. Das zeigen Zahlen, die die Europäische Kommission am 06.09.2016 veröffentlicht hat. Um das derzeitige Mehrwertsteuer-System in der EU betrugssicherer und unternehmensfreundlicher zu machen, will die Kommission - neben dem bereits im Frühjahr angelaufenen Aktionsplan gegen die Mehrwertsteuer-Lücke - bis 2017 entsprechende Gesetzesvorschläge erarbeiten.
Mehrwertsteuer-Verluste auch in Deutschland
Die Mehrwertsteuer-Lücke reicht von einem Höchstwert von 37,9% nicht eingenommener Mehrwertsteuer in Rumänien bis zu einem Tiefstwert von nur 1,2% in Schweden. Die größte Lücke mit 36,9 Milliarden Euro wurde in Italien verzeichnet, während Luxemburg mit 147 Millionen Euro den niedrigsten Wert aufwies. In Deutschland lag die Mehrwertsteuer-Lücke bei 10,37% (23,5 Milliarden Euro). Die Studie über die Mehrwertsteuer-Lücke wird von der Kommission im Rahmen ihrer Bestrebungen für eine Reform des MwSt-Systems in Europa finanziert und soll dazu beitragen, Steuerbetrug und Steuervermeidung abzustellen. Der heute vorgelegte Bericht belegt, dass zwar einige Mitgliedstaaten ihre Steuer-Erhebung verbessert haben, substanzielle Fortschritte jedoch nur erzielt werden können, wenn sich die Mitgliedstaaten darauf einigen, das derzeitige EU-System einfacher, betrugssicherer und unternehmensfreundlicher zu gestalten.
Gesetzliche Regelungen erst 2017
Die Kommission hat bereits im April 2016 den Aktionsplan im Bereich der Mehrwertsteuer auf dem Weg zu einem einheitlichen Mehrwertsteuerraum angenommen. Der Plan enthält dringende Sofortmaßnahmen gegen die Mehrwertsteuer-Lücke sowie langfristige Lösungen zur Bekämpfung von Betrug und zur Verbesserung der Mehrwertsteuer-Erhebung in der gesamten EU. Er beschreibt die notwendigen Schritte auf dem Weg zu einem einheitlichen EU-MwSt-Raum und legt dar, wie das System an die digitale Wirtschaft und die Bedürfnisse von KMU angepasst werden sollte. 2017 wird die Kommission Gesetzesvorschläge zur Mehrwertsteuer-Erhebung auf den grenzüberschreitenden Handel innerhalb der EU vorlegen. Der Anteil des grenzüberschreitenden Betrugs an der Mehrwertsteuer-Lücke beläuft sich auf 50 Milliarden Euro jährlich. Das neue System sollte den grenzüberschreitenden Betrug um 80% senken.
- Redaktion beck-aktuell
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Europaweit fast 160 Milliarden Euro Mehrwertsteuer-Verluste. beck-aktuell, 06.09.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/170771)



