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Mutmaßlich Asthma der Kinder verursacht

Familie verklagt Postzusteller wegen Pfefferspray-Einsatz

Ein U.S. Postal Service - Wagen fährt eine Straße in einer Wohngegend entlang
Pfefferspray-Einsatz gegen den Familienhund? © Sundry Photography / Adobe Stock

Ein Postbote aus San Diego besprühte Familienhund "Pupa" angeblich mit Pfefferspray, später entwickelten die Kinder Atemwegserkrankungen. Doch besteht wirklich ein Zusammenhang? Ein Gerichtsprozess soll nun Licht ins Dunkel bringen.

Vor einem Bundesgericht in San Diego treffen die Familie Galindo und Postzusteller Nestor Medina aufeinander. Die Familie wirft dem Mitarbeiter des U.S. Postal Service vor, ihren Familienhund bei der Zustellung ihrer Post mehrmals mit Pfefferspray besprüht zu haben. Dadurch seien ihre zwei kleinen Kinder mit chemischen Stoffen in Kontakt gekommen und hätten Asthma-Erkrankungen entwickelt. 2023 verklagte die Familie die Postbehörde der US-Regierung wegen "Negligance", also einer Sorgfaltspflichtverletzung. Der Prozess begann am Montag vor Bundesrichterin Janis Lynn Sammartino, wie das amerikanische Portal Courthousenews berichtet. 

Die Anwälte der Familie präsentierten Videoaufnahmen vom Grundstück, die zeigen sollen, wie Medina Pfefferspray in der Hand hält und damit auch Familienhund "Pupa" besprüht. Weitere Videoaufnahmen sollen den kleinen weißen Hund krampfend auf dem Boden zeigen.

Die Eltern betonten, dass die Kinder sehr eng mit dem Familienhund zusammenleben würden. "Der Hund ist Teil der Familie", sagte der Vater. "Wo die Kinder sind, ist auch der Hund." Indem der Hund mehrfach den chemischen Stoffen des Pfeffersprays ausgesetzt worden sei, seien auch die Kinder mit diesen in Kontakt gekommen. Seither hätten beide mit Husten und Atemproblemen zu kämpfen. Zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Vorfälle waren die Kinder ein und drei Jahre alt.

Postbote soll Vorwurf zuvor zugegeben haben

Medina weist die Vorwürfe zurück. Er habe den Hund nie mit Pfefferspray besprüht. Zuvor soll er gegenüber seiner Vorgesetzten jedoch zugegeben haben, den Hund einmal besprüht zu haben. Nach dem Zwischenfall wurde der Mann entlassen und war ein Jahr lang arbeitslos. Durch ein Schiedsverfahren bekam er seinen Job beim Postal Service schließlich zurück. 

Regierungsanwälte argumentierten, die Atemwegsprobleme der Kinder seien auf häufige Infektionen im frühen Kindesalter zurückzuführen, nicht auf Pfefferspray. Die Kinder seien ansonsten gesund und auch ihre Symptome hätten sich im Laufe der Jahre verbessert. In den medizinischen Unterlagen fänden sich zudem keine Hinweise auf eine Asthma-Diagnose.

Beide Seiten sollen jeweils medizinische Gutachter als Zeugen benannt haben, die in den kommenden Verhandlungstagen aussagen sollen. Richterin Sammartino kündigte an, dass der Prozess bis Donnerstag dauern solle.